Ein Wochenende im Zeichen des Tierschutzes

Tierrechtslauf und Tierschutz-Open-Air mit den Augen einer Teilnehmerin

 

Ein Wochenende im Zeichen des Tierschutzes

 

Ein Abschlussbericht von Birgit Seitz

 

Das Wochenende vom 14/15.06.2014 war für die Mitstreiter des THNW (Braunschweig) eines, das gänzlich der selbst gewählten Aufgabe verschrieben war.
Am Samstag ging’s zunächst zum Tierrechtslauf, am Sonntag fand das 2. große Tierschutz-Open-Air statt, das unsre Gastgeber Anke und Ralf Maerker wieder in der Brunsviga zu Braunschweig organisiert und durchgeführt hatten.
Nun habe ich beide Events zum ersten Mal mit bestritten, bin also eigentlich eine sog. „Newcomerin“. Und als solche berichte ich euch jetzt, wie ich diese beiden Tage erlebt habe. Vielleicht bekommt der eine oder die andere Lust, sich dann und wann ebenfalls zu beteiligen und unsere kleine Gruppe zu bereichern. Es lohnt sich unbedingt!

 

Der erste Tag , Samstag (14.06.14): Der Tierrechtslauf:

 

Als Nicht-Braunschweigerin und noch dazu Zugereiste, an der so manches immer noch restlos vorbeigeht, musste ich auch erst von Ralf darüber aufgeklärt werden, dass es einen Tierrechtslauf gibt, was der bewirken soll und dass wir mit unserem Infostand für das Tierhilfsnetzwerk Europa e.V. (THNW) NATÜRLICH dabei sein werden.
Infomaterial, Zelt, Präsentationstische und „Banner“ … um all das haben sich Anke und Ralf gekümmert. Ich selbst hab nur noch schnell die selbst genähten Täschchen eingepackt, die wir ja schon auf dem Flohmarkt verkaufen wollten und auf denen wir ja leider restlos sitzengeblieben waren. Der Gedanke war, dass das, was am Infostand nicht verkauft wird, dann vielleicht bei der Tierschutz- OpenAir „weggeht“ und ein bissel Geld in unsere Kasse bringt.
Kaum war der Stand aufgebaut, kamen schon erste Interessenten. Der Standort war super gewählt. Der Kohlmarkt in Braunschweig ist ein niedliches Plätzchen mit einigem „Durchgangsverkehr“ in einer der Fußgängerzonen Braunschweigs. Von hier aus hatte die Veranstalterin des Tierrechtslaufs Start und Ziel des Laufs geplant, die Teilnehmer holten sich gegenüber unsres Standes ihre Startnummern ab und bereiteten sich schon mal etwas auf den Start vor. Auch von diesen Teilnehmern kamen einige zu uns und ließen sich erklären, wie die Netzwerkarbeit aussieht, nahmen Infomaterial mit und steckten auch ab und an etwas in die Spendendose. Aber auch Menschen jeden Alters, die den Samstag zum Einkaufen nutzten, sprachen uns an. Letztendlich ging es um Tierhaltung, Ernährung der Haustiere, Tierschutzarbeit und auch vegetarische und vegane Küche.
Toll war es zu sehen, dass Menschen aus der „Szene“ sich untereinander kennen, auch wenn etliche Kilometer zwischen den Herkunftsorten liegen. „Wieso auch nicht?“, dachte ich dann für mich, „gleiche Interessen verbinden nun mal.“ Wer Hilfe beim Standaufbau brauchte – selbstverständlich. Konkurrenz unter den Standmithelfern? Null.
Nebenbei gab es immer noch mal ein paar ruhige Momente, in denen Geschichten aus der Tierschutzarbeit erzählt wurden, die wunderbar, traurig, bestürzend oder ergreifend waren. Geschichten, bei denen man dann weiß, dass sich Tierschutz unbedingt lohnt.
Kein Wermutstropfen, eher ein Ansporn weiterzumachen war, als ein Mann sich ziemlich abfällig über Tierschutzarbeit äußerte und alles gerne gegen „Spenden für Kinder“ ausgespielt hätte. Er behauptete, dass ja immer nur für Tiere gesammelt würde, für Kinder täte niemand etwas.
Nun denn, mit solchen Äußerungen muss man zwar leben, aber da meine Wahrnehmung da eine ganz andere ist und ich schon erlebe, dass für humanitäre Zwecke in Deutschland nicht wenig Geld zusammenkommt (was ich toll finde), musste ich dann doch noch mal googlen(zu meiner eigenen Beruhigung, dass meine Wahrnehmung doch nicht so verzerrt ist).
Siehe da, Tierschutz nimmt zwar zu, ist aber dennoch noch weit abgeschlagen von den Summen des Hauptanteils für Spenden in Deutschland. Schaut euch gerne dazu den Link am Ende des Berichts an. Es ist nicht schlecht, für kritische Menschen immer mal ein paar Zahlen im Kopf zu haben.

 

A propos Spenden: Unsere Taschen gingen wider Erwarten weg wie „warme Semmeln“.
Dank einer Mitstreiterin, die keine Tasche unter 10,00 Euro hergeben wollte und äußerst sympathisch mit der kaufwilligen Kundschaft verhandelte, waren am Ende des Tages (ich musste früher weg, deshalb hab ich das Finale gar nicht mitbekommen) alle Taschen verkauft und ich war stolz wie Bolle. Von wegen, wir bieten die noch beim Open Air an …

 

Wie auch immer, das war schon mal ein guter Startschuss für unser eigenes Event am folgenden Tag. Und ich weiß ja nicht, wie es allen anderen ging, aber ich war erstmal schon mal ziemlich zufrieden.

 

http://www.gfk.com/de/news-und-events/presse/pressemitteilungen/seiten/anzahl-der-spender-wieder-leicht-gestiegen-%E2%80%93-spendenvolumen-2012-knapp-unter-dem-vorjahr.aspx

 



 

 

Der 2. Tag - Sonntag, 15. 6. 20014 Tierschutz-Open-Air

 

Lange geplant, wahnsinnige Vorbereitungen, viele Gespräche, Kontakte geknüpft, viele Anfragen, Spenden eingeworben, Werbung gemacht, durch und durch gut organisiert … und trotzdem großes Bibbern vor dem großen Event.
Nicht ich, aber Anke und Ralf.
Verständlich!

 

Also, was da so dahinter steckt, kann man nur ahnen. Das bisschen, was wir als Helfer so zugearbeitet haben, ist ja praktisch nix, wenn man den Löwenanteil sieht, den die beiden da so gewuchtet haben. Und deshalb, schon vor meinen Eindrücken zum Event: Riesenriesenriesendank!
Und das ja wohl im Namen aller, die teilgenommen haben.

 

Um 10:00 Uhr Treffen.
Eigentlich hatte ich so den Eindruck, dass fast alles steht, viel war wirklich nicht mehr zu machen. So viel hatten Anke und Ralf schon vorbereitet. Die Gäste und Teilnehmer trudelten so nach und nach ein, hier und da musste noch ein Stand umgestellt werden, die Aktionsstände mit und ohne Technik wurden eingerichtet, dekoriert, schon mal ein bissel geplaudert und geschaut, welche Menschen zu welchem Stand gehören. Auch hier: man kennt sich, trotzdem werden „Neue“ gleich mit aufgenommen und beteiligt. So konnte es um 14:00 Uhr losgehen. Die Sonne strahlte nur so, tolleres Wetter hätten wir uns gar nicht wünschen können. Aber so ist das eben: Gute Menschen, die tolle Aktionen durchführen, werden auch mit tollem Wetter belohnt!

 

Als Veranstaltungsort für das Open-Air könnte ich mir keinen besseren Ort als die Brunsviga vorstellen. Auf dem Hof mit der Bühne, den Essensständen und Bierzeltgarnituren kam man sofort ins Gespräch. Die Infostände konnte man wunderbar nacheinander ansteuern und sich informieren. Man hatte nie das Gefühl, man müsste den Platz „abarbeiten“, vielmehr war es ein gemütliches Schlendern und Gucken, Plaudern, zeitweise Spaß haben. Und immer hatte ich den Eindruck, dass dies ein gemeinsamer Nachmittag war, der einem guten Zweck UND der Entspannung diente.
Aktionen gab es vielfältige. Für Kurzweil Tanz, Musik und Kinderschminken, ein Glücksrad mit Spenden von Geschäften und Vereinen aus Braunschweig und der Region, Infostände von vielen, vielen regionalen, überregionalen, nationalen und sogar internationalen Tierschutz- und Umweltschutzvereinen und Initiativen, ein Livechat mit dem wunderbaren Tierschutzprojekt „Spikinet“ in Portugal, zwei Filme von zwei Gnadenhöfen (Jana’s Gnadenhof und Gnadenhof Avalon) und auch Frank Langhanke hatte einen Stand, an dem er seine Naturfotografien ausstellte und anbot. Ein ganz besonderes Werk hatte er uns zur Verfügung gestellt, um es versteigern zu lassen. Das wunderschöne Bild „Polarwölfe“ spülte glatte 200,00 Euro in die Kasse. Dieser Betrag wurde zur Hälfte an „Sea-Sherperd“ gespendet, zur anderen Hälfte ging er an den ganz jungen Verein „SOS Fellnasen Braunschweig e.V.“.

 

Die Verpflegung an diesem Tag verdient eigentlich auch noch ein großes Lob. Stellt euch eine Frau vor, die noch gar nicht so lang kein Fleisch mehr ist, also mich. Da stand ich nun also bei den Damen am Verpflegungstresen und deutete irritiert auf das Gyros. Auf die Frage, ob „das da“ vegetarisch sei (was anderes lag außerhalb meines Vorstellungsvermögens, zumindest für DIESE Veranstaltung), wurde schlicht genickt. „Nagut,“ dachte ich, „dann nimmste das eben.“ Schmeckte fan-tas-tisch! Aber irgendwie …. Stellt euch jetzt eine Frau vor, die immer wieder auf ihr Essen glotzt, kaut, schmeckt, glotzt und denkt: „Die haben da doch Fleisch reingetan. Das schmeckt doch ge-nau SO! Und fühlt sich auch so an. Die haben mich nicht verstanden, als ich gefragt hab!“ (Kopfschüttel). Naja … ich hab dann doch noch mal nachgefragt, die gleichen Antwort bekommen und den Zusatz, dass Essen ohne Fleisch noch viel leckerer ist. Fantastisch. Rezept, bitte!

 

Viel zu schnell war es 18:00 Uhr und die Teilnehmer begannen langsam, ihre Stände abzubauen. Viele Stimmen ließen verlauten, dass alle rundum zufrieden waren. Ich selbst hatte ja irgendwann den Überblick verloren, aber in etwa schätzen wir, dass in diesen 4 Stunden an die 1000 Besucher anwesend waren, die etliche Infos und Impressionen mitgenommen hatten. Unkenrufe gab es überhaupt nicht und eigentlich sind sich alle einig, dass das Ganze unbedingt im nächsten Jahr wieder stattfinden muss.

 

Worüber natürlich auch noch berichtet werden muss, ist, dass wir natürlich auch Spenden eingenommen haben und auch das Glücksrad einiges eingebracht hat. Dazu kommt (vielen, vielen Dank!) noch eine Spende von Elfriede, das Trinkgeldschwein aus der Brunsviga, die nun auch wieder mal ihren Inhalt lassen musste.
Alles in allem, also der Tierrechtslauf, das Tierschutz-Open-Air, der Rest von unserer Flohmarktaktion und Elfriede, sind
WAHNSINNIGE 401, 57 €
zusammengekommen!

 

LOBT UNS!

 

Aber lobt noch mehr Anke, die diesen Betrag aufgerundet hat, so dass 3 x jeweils 135 Euro ausgezahlt werden konnten.

 

Kurz und gut, wir wollen euch nicht auf die Folter spannen, wer in den Genuss einer Finanzspritze kommt … es sind die 3 Initiativen, die zwar virtuell anwesend waren, aber leider doch nicht persönlich dabei sein konnten, weil die Menschen, die hinter diesen Initiative stecken, eben ihre Tiere nicht allein lassen konnten oder viel zu weit weg sind:

 

Jana’s Gnadenhof, Gnadenhof Avalon und Spikinet in Portugal haben es sich verdient.

 

Wer sich über diese drei Projekte ein Bild machen möchte und wissen will, wieso die Entscheidung für sie ausgefallen ist, kann sich auf den folgenden Webseiten umschauen. Wir können guten Gewissens versichern, dass jeder Cent ganz besonders gut angelegt ist.

 

http://www.spikinet.de
http://www.janas-gnadenhof.de
http://www.gnadenhof-avalon.de

 

So … bis hierhin geschafft .
Vielleicht habt ihr ja nach dem Lesen Lust bekommen, die nächste Tierschutzveranstaltung in eurer Nähe zu besuchen? Oder selbst Teil von ihr zu werden?
Wir laden jeden ein, der sich gerne für den Tierschutz stark machen möchte, ob im Hinter- oder im Vordergrund. Jede helfende Hand, jeder gute Gedanke wird gebraucht.

 

Über unsere Aktionen informieren wir regelmäßig, also stoßt gerne jederzeit dazu.
Liebe Grüße


Birgit Seitz
(fürs gesamte Team!)