Wer nie ein Nilpferd gähnen sah...

Über das Flusspferd (Hippopotamus amphibius)

- auch Nilpferd - Großflusspferd

Mehrere tausend Jahre alte, im algerischen Gebirge entdeckte Felsmalereien zeugen schon von ihnen, den Flusspferde, bewundert und verehrt in der altägyptischen Göttin Tawaret, der Beschützerin der Schwangeren und Gebärenden, als ein Mischwesen mit Flusspferd-Körper, dargestellt in Zeichnungen, Amuletten und Götterfiguren. Dieses wohlwollende Schutzwesen mutierte in späterer Zeit sogar zur Haus-Dämonin, die jene Toten fraß, die vor dem Totengericht des Osiris nicht bestanden hatten und denen daher der Zutritt zum Jenseits verwehrt wurde.   

Es verwundert kaum, wenn man die massige Gestalt eines Flusspferdes betrachtet und auch das „Gähnen“ mit einem bedrohlich weit aufgerissenem Maul, dass das Flusspferd sowohl ein Symbol für eine Schutzgöttin der Schwangeren und Gebärenden galt, als auch für die Toten-fressende Vollstreckerin des Totengerichts. Entstiegen aus einer längst vergangenen Zeit erscheinen sie, urtümlich und gewichtig, mit einem fassförmigem Körper und einem Gewicht zwischen 1000 und 4500 Kilogramm, dem wuchtigen Kopf und den kurzen Gliedmaßen, die kräftigen Beine jeweils in 4 nach vorne ragenden, mit Schwimmhäuten verbundenen Zehen endend. Beeindruckend die Kopf-Rumpf-Länge von 2,9 bis 5,1 Metern, ohne den 40 – 50 cm langen Schwanz und die Schulterhöhe von 150 – 165 cm, generell sind die männlichen Tiere größer als die weiblichen.  

Die bräunliche, annähernd kupfern gefärbte, spärlich mit Haaren bedeckte, fast nackt wirkende Haut zeigt sich an der Oberseite dunkler und am Bauch fast purpurn, aber auch im Gesicht, an den Wangen, insbesondere um Augen, Wangen und Ohren können sich purpur- bis rosafarbene Flecken zeigen. Eine empfindliche Haut, die immer feucht bleiben muss, sie wird rissig, wenn sie zu lange der Luft ausgesetzt ist: Für ausreichende Feuchtigkeit sorgen spezielle Hautdrüsen, die eine zunächst farblose Flüssigkeit absondern, die die Haut vor Austrocknung schützt, und innerhalb von ein paar Minuten eine rötliche bis bräunliche Farbe annimmt, ein Umstand, der den alten Glauben verursachte, dass Flusspferde Blut schwitzen.

Die als Paarhufer eingeordneten Pflanzenfresser ernähren sich vorwiegend von an Land wachsenden Gräsern, in geringerem Maße auch mit anderer Vegetation, Wasserpflanzen gehören eher seltener auf ihren Speiseplan. Den Tag verbringt das nachtaktive Flusspferd meistens schlafend bzw. ruhend, im Wasser bzw. in Gewässernähe, oft bis auf die leicht hervorstehenden Augen, Ohren (bis zu 10 cm lang, hoch am Kopf sitzend) und Nasenlöcher (liegen leicht erhöht und sind verschließbar) untertauchend, schlitzförmig Nasenlöcher und Ohren verschließend . Schlechte Schwimmer sind sie, obwohl sie gut an das Leben im Wasser angepasst sind, lassen sie sich lieber tragen vom Wasser oder laufen auf dem Grund entlang, in der Regel dauern die Tauchgänge nicht länger als drei bis fünf Minuten. Doch auch längere Tauchgänge sind möglich, bis zu 30 Minuten., dabei geschieht das Auftauchen und Luftholen sogar im Schlaf automatisch. Nur in der Nacht verlassen sie das schützende Wasser, entfernen sich u.U. mehrere Kilometer weit, um ihre Gras- bzw. Weideflächen zu erreichen und bilden dabei in Gruppen regelrechte Trampelpfade sog. „Hippo Trails“.

Behäbig sehen sie aus, können aber im Bedarfsfalle eine Geschwindigkeit bis zu 50 km/ in der Stunde erreichen, halten diese Geschwindigkeit aber nur wenige Hundert Meter durch. Jede Nacht verbringen die „Hippos“ - wie die Flusspferde liebevoll genannt werden – fünf bis sechs Stunden mit der Nahrungsaufnahme und nehmen dabei rund 1 bis 1,5 Prozent ihres Körpergewichtes zu sich. Mit den Lippen rupfen sie das Gras ab, die gewaltigen Schneide- und Eckzähne haben dabei keine Funktion, sie kommen nur bei den Revierkämpfen der männlichen Flusspferde zum Einsatz. Die Eckzahnfächer in dem breiten wuchtigen Kopf des Flusspferdes bedingen auch die breite Schnauze, die auf der Höhe der Prämolaren stark eingeschnürt ist. Über zwei bis drei glatte, rundliche, weit voneinander entfernte Schneidezähne, einen Eckzahn, vier Prämolaren (in der Regel mit einem Höcker) und drei Molaren (mit zwei Höckern, nur der hinterste mit drei) verfügen die Flusspferde pro Kieferhälfte. Eher klein und nach unten gerichtet zeigen sich die oberen Schneidezähne, die unteren längeren Schneidezähne, vor allem das innere Paar, weisen nach vorne, Spektakulär die Hauer-artig entwickelten Eckzähne, auch hier im unteren Bereich größer, mit einer beeindruckenden Länge bis 70 cm, nur 30 cm aber ragen aus dem Zahnfleisch hervor. Wenn man vermutet, dass diese Pflanzenfresser eigentlich Wiederkäuer sein müssen, zeigt es sich, dass Mutter Natur ihnen eine analoge Möglichkeit der Verdauung eingerichtet hat: Ihr mehrkammeriger Magen weist zwei Blindsäcke auf, Mikroorganismen zersetzen in ihnen die Nahrung, eine wunderbare Alternative zum Wiederkäuen. Grundsätzlich ist aber auch das Verdauen von Fleisch möglich; denn sehr seltene Beobachtungen zeigen, dass Flusspferde gelegentlich Aas (oder sogar das Fleisch selbst getöteter Kontrahenten oder anderer Tiere) verzehren.

Man mag sich nun fragen, wie es grundsätzlich um das Sozialverhalten dieser gewichtigen Geschöpfe bestellt ist: Sie leben manches Mal einzelgängerisch, oft in Gruppen – kurzum die sozialen Verbindungen divergieren, jedoch die ursprünglichste und dauerhafteste Beziehung ist und bleibt die der Mutter und ihres Nachwuchses, gewöhnlich in einer Gruppengröße von 10 – 15 aus Weibchen und Jungtieren, man kennt aber auch Gruppengrößen von bis zu 150 Tieren. Männliche Tiere ohne eigenes Revier leben vorzugsweise als Einzelgänger, schließen sich aber gelegentlich auch in Junggesellen-Gruppen zusammen.

Leben mehrere fortpflanzungsfähige Weibchen in einem Revier, versuchen dominante Männchen dort ein eigenes Revier zu etablieren.. Solche Territorien umfassen, an Seeufern gelegen, etwa 250 bis 500 Meter, an Flussläufen 50 bis 100 Meter, untergeordnete Männchen werden in diesen Gebieten toleriert, wenn sie das Zeugungsvorrecht des „Herrschers“ in diesem Revier anerkennen, der die Revier-Grenzen mit Dung-Ballen markiert.In der Regel leben die Männchen benachbarter Reviere in einer friedlichen Koexistenz. Sie begegnen sich mit einer Art ritualisierten Handlungen, z.B. das Schleudern des Kopfes aus dem Wasser, auch das Fixieren aus kurzer Distanz, selbst das Auseinanderwirbeln des Kotes zu Wasser und zu Lande durch ein Wirbeln des Schwanzes scheint eher eine Signalfunktion zu sein, als eine Revier-Anzeige.Viel eher begegnen sie Bedrohungen mit weit aufgerissenem Maul, das sie um 150° weit öffnen können, zeigen ihre beeindruckenden Eck- und Schneidezähne. in einem vermeintlichen Gähnen, sollte dieses Imponiergehabe nicht zu dem gewünschten Erfolg führen und der Kontrahent nicht weichen, entsteht manches Mal aus dieser Situation ein ernsthafter Kampf, der mit den unteren Eckzähnen ausgeführt wird, zu Verletzungen mit narbigen Abheilungen oder auch schlimmsten Falles zum Tod eines Gegners führen kann. Es gibt bei diesen urwüchsigen Tieren im Erwachsenenalter selbstverständlich kaum natürliche Feinde, nur Jungtiere fallen manchmal Hyänen, Krokodilen, Löwen oder Leoparden zum Opfer, ein Grund, weshalb sich Flusspferde-Mütter in Gruppen zusammenschließen in einer gezielten Verteidigungsstrategie und dabei mit äußerster Aggression gegen die Bedrohung bzw. den Angreifer vorgehen. Nur im Rudel gelingt es gelegentlich Löwen, ein erwachsenes Flusspferd außerhalb des schützenden Wassers zu erjagen.   

Menschen, die sich ihnen ungebührlich näherten, insbesondere den Müttern mit Kindern, durften sich von ihrer aggressiven Verteidigung überzeugen mit manch unliebsamer Erfahrung, zum Beispiel durch ein Attackieren von Menschen und ihrer Boote, die sie zum Kentern brachten. Hartnäckig hält sich die Behauptung, dass Flusspferde im Grunde gefährlicher seien als Krokodile oder Großkatzen.

Ist es verwunderlich, wenn Zeugung und Geburt ebenfalls im Wasser statt finden bei diesen Lebewesen, deren Hauptelement das Wasser ist, mit seiner weiblichen Eigenschaft!? Soe geschieht die Zeugung unter Wasser, das Weibchen bleibt unter Wasser und taucht nur zum Luftholen auf, die Geburt vollzieht sich im seichten Wasser oder auch an Land in einer feuchten Jahreszeit mit den meisten Regenfällen (Oktober - April) nach einer Tragezeit von etwa 227 bis 240 Tagen. Selten werden Zwillinge geboren, meistens nur ein einzelnes Jungtier, das zwischen 25 und 55 Kilo wiegt und schon sofort nach der Geburt bereits laufen und sich vom Grund unter Wasser zur Oberfläche abstoßen kann; diese Fähigkeiten sind lebensnotwendig, ihre sehr fürsorglichen Mütter säugen sie unter Wasser und nehmen sie mit auf die nächtlichen Wanderungen zu den bevorzugten Gras-Flächen, nehmen sie im tiefen Wasser auf den Rücken und verteidigen sie mit aller Kraft gegen Fressfeinde. Die Entwöhnung der Jungtiere erfolgt mit 6 bis 8 Monaten, die Geschlechtsreife mit den männlichen Tieren im Alter von 6 bis 13 Jahren, die Weibchen von 7 bis 15 Jahren, wobei die Männchen mit dem Eintreten der Geschlechtsreife oft aus der Geburtsgruppe (von den dominanten Männchen) vertrieben werden. Fast ein biblisches Alter erreichen die Flusspferde, wild lebend etwa 30 bis 40 Jahre, in der Gefangenschaft bis 50 Jahre. Das älteste bekannte Flusspferd lebte 61 Jahre lang.

Ist es verwunderlich, wenn Zeugung und Geburt ebenfalls im Wasser statt finden bei diesen Lebewesen, deren Hauptelement das Wasser ist, mit seiner weiblichen Eigenschaft!? Soe geschieht die Zeugung unter Wasser, das Weibchen bleibt unter Wasser und taucht nur zum Luftholen auf, die Geburt vollzieht sich im seichten Wasser oder auch an Land in einer feuchten Jahreszeit mit den meisten Regenfällen (Oktober - April) nach einer Tragezeit von etwa 227 bis 240 Tagen. Selten werden Zwillinge geboren, meistens nur ein einzelnes Jungtier, das zwischen 25 und 55 Kilo wiegt und schon sofort nach der Geburt bereits laufen und sich vom Grund unter Wasser zur Oberfläche abstoßen kann; diese Fähigkeiten sind lebensnotwendig, ihre sehr fürsorglichen Mütter säugen sie unter Wasser und nehmen sie mit auf die nächtlichen Wanderungen zu den bevorzugten Gras-Flächen, nehmen sie im tiefen Wasser auf den Rücken und verteidigen sie mit aller Kraft gegen Fressfeinde. Die Entwöhnung der Jungtiere erfolgt mit 6 bis 8 Monaten, die Geschlechtsreife mit den männlichen Tieren im Alter von 6 bis 13 Jahren, die Weibchen von 7 bis 15 Jahren, wobei die Männchen mit dem Eintreten der Geschlechtsreife oft aus der Geburtsgruppe (von den dominanten Männchen) vertrieben werden. Fast ein biblisches Alter erreichen die Flusspferde, wild lebend etwa 30 bis 40 Jahre, in der Gefangenschaft bis 50 Jahre. Das älteste bekannte Flusspferd lebte 61 Jahre lang.

Grausame Flusspferdjagd in alter Zeit (Bild Wikipedia)
Grausame Flusspferdjagd in alter Zeit (Bild Wikipedia)

Einst bedrohte in der Hauptsache die menschliche Jagd die Flusspferde in ihrer Existenz– wegen ihres Fleisches, ihrer äußerst widerstandsfähigen Haut (für Nilpferdpeitschen), wegen des Elfenbeins ihrer Zähne oder einfach aus primitiver Mordlust oder weil sie als Schädlinge angesehen wurden/werden, weil sie gelegentlich auch Felder und Plantagen verwüsten . Heute ist es eher der Verlust ihrer zur Ernährung notwendigen Grasflächen, die zunehmend in Ackerland umgestaltet werden, der Verlust dieses Lebensraumes stellt mittlerweile die größte aller Bedrohungen dar. In vielen ursprünglichen Siedlungsgebieten der Flusspferde in Afrika sind sie bereits ausgestorben und betragen jetzt nach der Schätzung des IUCN nur noch 125000 bis 148000 Tiere. Sie wurden aus diesem Grund als „gefährdet“ eingestuft.

 

Man kann ohne Zweifel auch in diesem Falle des Artensterbens der Mensch und seine rücksichtslose Vermehrung, die der Mitwelt den Lebensraum nimmt.  

Als Krafttier taucht das Flusspferd im Fluss des Lebens auf. Dieses gewichtige, kräftig gebaute Wesen macht auf Stabilität aufmerksam, seine Liebe zum weiblichen Element Wasser erinnert an die eigene Gefühlswelt, Spiritualität und Mystik. Es macht auf die mögliche Dünnhäutigkeit eines Menschen aufmerksam, steht als Ausdruck seiner Rundungen für Weiblichkeit, Fruchtbarkeit, Mutterschaft und Reinigung. Zur Beschäftigung mit diesen Themen regt das Krafttier Flusspferd an. Dazu sich mehr mit der eigenen Gefühlswelt beschäftigen, die eigene Standhaftigkeit im Fluss des Lebens überprüfen.

 

Nun ist die Zeit dafür gekommen, die Balance zwischen der eigenen Gefühlswelt und dem Verstand zu halten bzw. beides miteinander in Einklang zu bringen. Sehen wir in allem die Aspekte der Schöpfung, des Wachstums, Werdens und Gedeihens.  

Fotos kost.en- und lizemzfrei von Pixabay und Pinterest