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Von 0 auf 100

Geparden

Afrikas Turbokatzen

Wie geschmeidig bewegt sich diese einzigartige Großkatze durch die Savanne auf langen dünnen Beinen, mit einem schmalen Körper von ca. 150 cm Länge und einer Schwanzlänge von 70 cm., einer Körperhöhe von 80 cm und einer Leichtgewichtigkeit von 60 kg. Goldgelb glänzt das Fell dieser großen Katze, am Bauch etwas heller, schwarz gepunktet und mit schwarzen längs geführten Streifen von den inneren Augenwinkeln bis zu den Mundwinkeln hinab, den sog. „Tränenstreifen“, einem schlanken Körper (ähnlich dem dem eines Windhundes) die Krallen-bewehrten Pfoten mit schuppigen, gepolsterten Sohlen. Der kleine rundliche Kopf und ein langer Schwanz, die erheblich verbreiterten Nasengänge (mit wenig Platz für ein Gebiss, also keine starke Waffe), sowie die proportional vergrößerten Lungen, Bronchien und Nebennieren zeugen davon, dass der ganze Körperbau der Geparden auf hohe Geschwindigkeit, gepaart mit Wendigkeit, ausgelegt ist. Alles in allem hat Mutter Natur diese schönen Savannen-Bewohner so ausgestattet, dass sie zweifelsohne als schnellstes Landtier der Erde bezeichnet werden können, denn bei ihrem Start erreichen sie ca. 93,5/100 km/h in 3 Sekunden auf 100!. Allerdings dauert dieser Sprint nur eine kurze Zeit, etwa 1 bis 2 Sekunden. Die durchschnittliche Spitzengeschwindigkeit beträgt weniger als bisher vermutet, etwa 53,11 km/h, was ihnen sicher die nötige Manövrierfähigkeit während der Jagd erhält..

c) br Fernsehen Welt der Tiere
c) br Fernsehen Welt der Tiere

Welcher Katzenart sind nun die Geparden zuzuordnen: Sind es Großkatzen, obwohl sie ähnlich schnurren wie die Hauskatzen, sind sie eine eigene Art? Ja, nach Meinung der Wissenschaftler sind sie eine eigene Art, eher mit dem Puma verwandt. Nach neueren Untersuchungen soll es sogar nur ziwe Unterarten resp. zwei Populationen geben, den Asiatischen und den Afrikanischen Geparden, zugleich jeweils mit einer auffällig niedrigen genetischen Variabilität (mit Inzucht-Raten), die der von Labormäusen entsprechen würden. Ob deshalb die Geparde stärker anfällig für Umweltveränderungen oder Krankheiten sein könnten, wird nur vermutet,weil es nicht geklärt ist, ob die genetische Eintönigkeit von wesentlichem Nachteil für diese Tiere in freier Wildbahn sein könnte. Interessant ist es allerdings und wissenschaftlich gesichert, dass Gewebe von Gepard zu Gepard ohne Abstoßungsreaktion übertragen werden kann, etwas, was sonst nur bei eineiigen Zwillingen möglich ist, der sog. genetischen Identität. Die heutigen Geparde Süd- und Ostafrikas stammen – lt. immunologischer und genetischer Untersuchungen – von einer sehr kleinen Stammgruppe ab, die von 10.000 Jahren gelebt hat, zu der Zeit als der Amerikanische Gepard ausstarb und die Afrikanischen Geparden nur knapp diese Katastrophe überlebten.

Die tagaktiven Geparde vermeiden durch ihr Jagdverhalten die Begegnung mit nachtaktiven Großkatzen wie Löwen, Leoparden und Hyänenarten, die ihnen mit Sicherheit die Beute streitig machen könnten, wie kleinere Huftiere z.B. Gazellen und Böckchen (Impalas, Grant- und Thomsen-Gazellen) und außerdem eine Bedrohung für den Nachwuchs darstellen könnte. Es ist doch klar, dass diese Tiere (unter 60 kg) leicht und erfolgreich zu erjagen sind, im Gegensatz zu ausgewachsenen Zebras oder Gnus. Doch können Jungtiere beider Arten können von in Gruppen jagenden Geparden erfolgreich überwältigt werden. In Ausnahmefällen können auch Hasen, Kaninchen oder sogar Vögel den ärgsten Hunger stillen.

Jagende Geparden in Namibia Wikipedia c) Archiv Dr. R. Wenzel
Jagende Geparden in Namibia Wikipedia c) Archiv Dr. R. Wenzel

Gesellig sind die Geparden, zwar leben die Weibchen bis zu dem Zeitpunkt, in dem sie ihre Jungen geboren haben, - hegen und führen - alleine, aber die männlichen Wurfbrüder schließen sich in Verbänden zusammen, meistens zu Zweien oder Dreien, größere Gruppen bis zu 15 Individuen wurden zwar beobachtet, kommen aber seltener vor. Männliche und weibliche Tiere finden sich nur zur Paarung, trennen sich dann aber sofort wieder. Ihre Reviere grenzen sie mit dem Setzen ihrer Duftmarken (Urin) ab.  

c) Sharifa Jinnah
c) Sharifa Jinnah

Erst mit drei Jahren werden die Geparden geschlechtsreif, dann erst werden die Weibchen trächtig.Nach einer Tragzeit von 95 Tagen bringt die Gepardin ein bis fünf Junge (gelegentlich auch bis zu zu acht) in ihrem Bau zur Welt, in dem sie geschützt für ca. acht Wochen verbleiben; denn Geparden verfügen nicht über die nötigen Kräfte. den Nachwuchs vor Raubfeinden (Löwe, Leopard, Hyänen) zu verteidigen. Die langen silbrigen Rückenhaare der Jungtiere dienen wahrscheinlich zur Tarnung, sie verlieren sie schon nach 3 Monaten. Trotz all dieser Schutzvorrichtungen ist die Mortalität in den ersten Lebensmonaten sehr hoch, die Kleinen fallen oft Raubfeinden zum Opfer. Wenn diese erste kritische Lebensphase erfolgreich überwunden ist, können sie als erwachsene Geparden ein durchschnittliches Lebensalter von 15 Jahren erreichen.

Gepardin mit Jungen c) Geparden.de
Gepardin mit Jungen c) Geparden.de

Ihr äußerste Geschick bei der Jagd, im Wechsel von Tempo und Wendigkeit verhilft ihnen zu einem erfolgreichen Jagdglück von 50 bis 70 %, höher als das der Löwen, Wölfe oder Hyänen: Zunächst das Anpirschen an das Beutetier in einer erfolgversprechenden Distanz, teilweise ein in lockerem Trab Vortreten, um in dieser Phase an dem Verhalten der Beutetiere zu klären, welches der Tiere die Beute sein soll, dann erfolgt der Angriff mit einer Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h (es wird in unterschiedlichen wissenschaftlichen Quellen auch von Höchstgeschwindigkeiten von 93 bis 102 km/h berichtet), Abbremsen in der Nähe des Beutetieres, um auf eventuelles Hakenschlagen reagieren zu können. Ob erfolgreich oder nicht, die Jagd ist auf alle Fälle nach 38 Sekunden bzw. wenigen hundert Metern beendet. Erreicht der flinke Jäger (bzw. die flinke Jägerin) das Beutetier, versucht er es mit einem Pranken-Hieb ins Straucheln zu bringen und dann niederzustrecken, um dann die Kehle der Beute mit den Zähnen zuzudrücken, die auf diese Art erstickt wird, eine Tötungsart, die im Gegensatz zu der anderer Raubtiere steht, die die Nacken- und Halswirbel des Beutetetieres zerbeißen.  

pinterest: Galerie Wissenschaftler kämpfen für Geparden
pinterest: Galerie Wissenschaftler kämpfen für Geparden

Dass Geparden sich nach der anstrengenden Jagd und Tötung der Beute erst einmal erholen müssen, bevor sie diese verzehren können, ist sicher am wenigsten bekannt, und es verwundert nicht, dass es gelegentlich vorkommt, dass Geparden während dieser Phase der Erholung ihrer Beute beraubt werden und eventuell selbst in Lebensgefahr geraten.

Trotz ihres Rufes, das schnellste Landtier dieser Erde zu sein, sind diese hoch spezialisierten Tiere vom Aussterben bedroht: Nur noch 7000 Individuen leben in den südafrikanischen Savannen (ein Drittel weniger als die ebenfalls bedrohten Löwen), etwa nur noch 50 Exemplare beherbergt der Norden des Irans.

Was sind die Ursachen dieser bedrohlichen Dezimierung?

Mit der Landnutzung des Menschen schwindet der Lebensraum der Geparden, immer mehr Farmer breiten sich in den Savannen, den Jagdgebieten der Geparden aus, dadurch ist der Konflikt zwischen Menschen und Geparden schon vorprogrammiert, die Farmer greifen zu den Waffen, immer öfter werden Geparden getötet.

Daneben ist auch der Antilopen-Bestand eingebrochen, die bevorzugte Nahrungsquelle der Geparden.

 

Alles in allem keine guten Aussichten für diese einzigartige, graziöse Raubtier, es sprintet sozusagen um sein Leben!  

c)geparden.de
c)geparden.de

Was gilt es also zu tun, um diese Art vor dem Aussterben zu bewahren? Es gilt, den Konflikt mit den Farmern zu lösen. Genau ein solches Projekt hat der WWF in Angriff genommen, vor allem in Namibia, im Südwesten Afrikas, wo die größte Geparden-Population Afrikas zu Hause ist. Die Viehzüchter werden mit ständiger Überzeugungsarbeit informiert, dank hochtechnisierter Forschung werden dazu wissenschaftliche Grundlagen geschaffen.

Im Gegensatz zu den in Gefangenschaft lebenden Artgenossen vermehren sich sie frei lebenden Geparden ausgezeichnet; denn sie besitzen ein starkes Immunsystem.

 

Mit der Einsicht des Menschen über seine Verantwortlung gegenüber jeglichen Lebens ist diese bedrohte Art noch zu retten.  

c)crop
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Gepard im Focus
Gepard im Focus

Der Gepard als Krafttier verkündet die Zeit der Wandlung und einen anstehenden Dimensions-Sprung. .Nutzen wir also diesen Impuls, setzen wir zum Sprung an, um die nötigen Veränderungen in unserem Denken und Handeln zu erreichen, zum Erhalt dieses Planeten und seiner Vielfalt, schöpfen wir neuen Atem und neue Kraft, um nicht aufzugeben und unser Ziel doch noch zu erreichen, zum Wohle der Mitwelt - letztlich zum Wohle der Menschheit.

 

Text: E. Gelzleichter 5.10.20