Afrikanischer Elefant Pixabay
Afrikanischer Elefant Pixabay

Tembo - Elefanten Afrikas

Der Savannen- oder Steppenelefant (Loxodontia africana)

Morgen über der Afrikas Savanne, nur ein leichter Windhauch berührt die Gräser, die wenigen Bäume und das Buschwerk scheinen unberührt. Da tritt er hervor, der graue Gigant, aus dem niedrigen Buschwerk und den wenigen Bäumen mit Silhouetten wie Scherenschnitte.

Da ist es, majestätisch und imposant, das größte Landsäugetier der Erde, ein Elefantenbulle, mit der Durchschnittshöhe von 3,20 m (könnten selten auch 4,00 m sein) und einem Gewicht von 5 Tonnen (soviel wie etwa vier Autos - in seltenen Fällen bis 7,5 Tonnen) im Gegensatz zu den Kühen, den weiblichen Elefanten, die durchschnittlich nur eine Höhe von 2,50 m erreichen und ein Gewicht von 2,8 Tonnen. Kein Wunder also, dass die Kopf-Rumpf-Länge bis 6,00 bis 7,50 Meter betragen, der Schwanz länger als 1,00 Meter ist, mit Stoßzähnen bis ca. 3 Meter und 100 kg Gewicht (der längste vorgefundene Stoßzahn verfügte über die stattliche Länge von 3,50 Metern), die lebenslang sowohl in die Länge als auch in die Breite wachsen. Dabei tragen beide Geschlechter Stoßzähne (im Gegensatz zu den indischen und asiatischen Elefanten), wobei die Stoßzähne der kleineren Elefantendamen naturgemäß ebenfalls eine kleinere Größe aufweisen, die allerdings ab dem 15. Lebensjahr nur noch in die Länge wachsen mit einer sehr geringen Geschwindigkeit, so dass ihre Stoßzähne insgesamt schlanker wirken.  

Afrikanischer Elefant c) WWF
Afrikanischer Elefant c) WWF

Die sowohl tag- als auch nachtaktiven Tiere benutzen ihre Stoßzähne nicht nur als Waffen (meistens

 

zur Verteidigung des Nachwuchses), sondern auch als Werkzeuge, z.B. zum Graben und Stochern oder Herbeiziehen ferner Äste zur Nahrungsaufnahme (Nahrung: Gräser, Wurzeln, Baumrinde Blätter, Zweige, Holz, Früchte wie z.B. die hochwertigen, nährstoffreichen Marula-Früchte). 16 bis 20 Stunden verbringen die Tiere mit der Suche nach Nahrung und mit fressen (200 bis 300 kg täglich). Durch die jahrelange Abnutzung können die Stoßzähne teilweise oder auch ganz abbrechen. Die Backenzähne dagegen erneuern sich bis zu 6 mal im Laufe des Elefantenlebens, wobei je nur 1 Molar in einer Kieferhälfte benutzt wird.

Elefant am Marulabaum c) Amarula
Elefant am Marulabaum c) Amarula

Ruhepausen erlauben sie sich während der Mittagshitze und/ oder um Mitternacht ,schlafen 4-5 Stunden, entweder liegend oder an einen Baum gelehnt.

Foto Pixabay
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Das kostbare Elfenbein, die Stoßzähne der Elefanten und die Gier nach Geld, ursächlich für die massenhaften illegalen Wildereien und Abschüsse dieser Wildtiere, dezimieren auch heute noch den Bestand dieser grauen Riesen, obwohl er nach dem Verbot des Elfenbeinhandels 1989 einen sich wieder kurzfristig erholte. Doch seit 2005 hat die Wilderei wieder deutlich zugenommen und greift auf erschreckende Weise in den Elefantenbestand ein. Eine fürchterliche Tatsache, dass 20 Millionen Elefanten einst den afrikanischen Kontinent bewohnten bevor die Europäer den Kontinent usurpierten, muss zu denken geben. 1979 gab es nur noch 1,3 Millionen und heute? Lt. eines Spiegelberichtes vom 1.9.2016 wurden bei dem ersten Kontinent-weiten Zensus nur noch 350.000 Individuen der bedrohten Tiere gezählt, anstatt der geschätzten 400.000 – 600.000. Aus 15 afrikanischen Staaten lagen historische Vergleichsdaten vor, die Grundlage der Erkenntnis, dass zwischen 2007 bis 2014 der Bestand um etwa 30 % dezimiert wurde, also 144.000 Tiere, und dass derzeit im Schnitt die Zahl der Elefanten um 8 % pro Jahr sinkt, Schuld ist der illegale Handel mit Elfenbein, insbesondere für China (gilt als Potenzmittel) und die USA, obwohl auch diese Länder den Handel mit Elfenbein schwer bestrafen, wenn er entdeckt wird. 40 Tonnen Elfenbein wurden im Jahr 2016 in China von den Behörden beschlagnahmt!

Foto Pixabay
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Was unterscheidet weiterhin die sanften Riesen aus der afrikanischen Savanne von den asiatischen Arten? Da zeigen sich zunächst die deutlich größeren (bis 2 m Länge), gut durchbluteten Ohren der afrikanischen Art, die von 14 Liter Blut pro Minute durchflossen werden, dadurch kann überschüssige Wärme abgegeben werden; denn Elefanten können nicht schwitzen. Zusätzlich kühlen sie sich sehr gerne mit Wasser ab und müssen täglich ca. 150 l trinken (obwohl sie auch 3 bis 4 Tage ohne Wasser leben können), ein Grund weshalb sich in ihren Lebensräumen meistens eine Wasserstelle befindet, in der sie auch untertauchen können bis nur noch er Rüssel herausragt oder zumindest die Möglichkeit besteht, sich unter Zuhilfnahme des Rüssels reichlich mit Wasser zu bespritzen.  

Neben den Tatsachen, dass die Haut dieser sog. Dickhäuter sich runzliger zeigt, als die der asiatischen Art, verfügen sie über zwei „Finger“ am Rüsselende, an den Vorderfüßen über drei und an den Hinterfüßen vier Zehen (Asiaten: Fünf Zehen vorne, vier an den Hinterfüßen), eine flache, nach hinten gestreckte Stirn, (bucklige Stirn der asiatischen Art), einen Sattelrücken (im Gegensatz zum asiatischen Buckelrücken) und weiterhin im Aufbau und der Struktur der Backenzähne.  

Der graue Riese, der Elefantenbulle, der zuerst in unser Blickfeld trat, ist ein Einzelgänger wie die meisten erwachsenen männlichen Elefanten, die selten auch in Zweiergruppen oder in einer Junggesellengruppe leben – . Nun richtet sich der Blick auf die Herde, die Mutterherde; denn Elefanten leben in einem Matriarchat, einer Herde von zwei bis 24 Tieren, angeführt von der ältesten Elefantendame, als „Matriarchin“ bezeichnet, die ein stattliches Lebensalter von 60 Jahren erreichen kann. Lebenslang führt sie die Herde an (auch wenn sie , nach ihrem Tod übernimmt ihre älteste Tochter diesen Rang. Es ist eine fröhliche Herde, voller Lebendigkeit, begleitet von vielen Tönen wie quieken, trompeten, schreien – die Herde, die sich aus einer oder mehreren Familiengruppen (bestehend aus den Töchtern der Matriarchin und ihren Nachkommen) zusammensetzt, bewegt sich, frisst, schaukelt, prüft die Luft, fressen (sie können mit dem Rüssel sogar ganze Bäume ausreißen, sind aber auch befähigt, mit diesem empfindlichen Organ Samenkörner und Nüsse aufzunehmen), baden und unternimmt all die Dinge, die Afrikas Elefanten in der Tierwelt so berühmt gemacht haben.  

Foto Pixabay
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Vorwiegend weibliche Elefanten bilden eine Herde, männliche Jungtiere leben bis nur zur Pubertät in der Gemeinschaft, die sie dann verlassen müssen: Ihre Ungestümheit wird vor allen Dingen von den Müttern der kleinen Kälber nicht toleriert. Am Ende der Zeit des großen Regenfälle (fällt aufgrund der verschiedenen afrikanischen Klimazonen auch zu unterschiedlichen Zeiten aus) sammeln sich männliche und weibliche Elefanten in Herden von 100 bis 200 Tieren. Es ist Paarungszeit. Ausgewachsene Bullen in der Musth (erhöhter Testosteronspiegel, deutlich an der Sekretausscheidung aus Drüsen hinter dem Auge, ständigem Harnlassen und gesteigerter Aggressivität zu erkennen, dauert anfangs nur wenige Tage, kann aber bei älteren Bullen bis zu 3 Monate dauern) gesellen sich zu den Weibchen, die nur wenige Tage befruchtungsfähig sind. Dieser sog. Östrus richtet sich allerdings nach keiner festen Zeit). 22 Monate trägt die Elefantenkuh das Kalb bis es mit einem Geburtsgewicht von ca. 100 kg zur Welt kommt und schon etwa nach einer halben Stunde stehen kann, es wird bis zu seinem ersten Lebensjahr gesäugt.  

Muttertier und Baby, Foto Pixabay
Muttertier und Baby, Foto Pixabay

Wie wunderbar hat es Mutter Natur eingerichtet, dass die Leitkühe weit über ihr fortpflanzungsfähige Alter hinaus leben und ihre Erfahrungen weitergeben können; denn die Struktur der Elefantengesellschaft richtet sich nach dem Alter, die Älteste ist das Leittier und alle weiteren Tiere sind entsprechend ihrem Alter untergeordnet, die Älteren lehren die Jüngeren über das, was sie über Landschaft, Nahrung und Verhalten wissen müssen. Es ist auch schon vorgekommen, dass ältere Elefanten jüngere mit Rüsselschlägen zur Ordnung gerufen haben, meist genügen dazu aber auch entsprechende Laute!

 

Es ist die Matriarchin, die entscheidet, wann gefressen wird, wann die Herde weiterziehen soll. Die Herde bleibt selten mehr als 50 Meter hinter ihr bzw. von ihr entfernt , sammelt sich um sie bei Gefahr und sucht schnell Schutz.

Die Wasserstelle Foto Pixabay
Die Wasserstelle Foto Pixabay

Elefanten kommunizieren deutlich mit einer ganzen Skala von Lauten und visueller Zeichen untereinander: Eine Mutter lenkt ihr Kalb durch Berührung am Schwanz, es werden furchteinflößend aufgestellte Ohren gezeigt oder aufgerollte Rüssel.

Bei Bedrohungen richten sich die Elefanten gewöhnlich zur vollen Größe auf, stellen die Ohren weit ab, um noch größer zu wirken und können sogar, wenn sie sich evtl. aus früheren Erfahrungen bedroht fühlen, in einer Art Bluff einen Scheinangriff auf die Gefahr starten, um dann daran vorbeizurennen.

Eine andere Art der visuellen Kommunikation ist das defensiv/unterwürfige Verhalten mit Verlassen des Territorium, krümmen des Rückens, Heben des Schwanzes und kräftiger Bewegung des Rüssels. Elefanten-Babies oder Junge stecken ihren Rüssel in das Maul der Mutter oder einer älteren Elefanten-Tante.

Die beiden am häufigsten wahrgenommenen von Elefanten ausgestoßenen Geräusche sind das Grunzen bzw. Knurren und Trompetengeräusche: Elefanten grunzen, um sich über große Distanzen zu verständigen bzw. ihre Position anzuzeigen. Man kennt sehr tiefe, vom menschlichen Ohr nicht wahrnehmbare Grunzlaute, die sogar über mehrere Kilometer übertragen werden!

Ein missmutiger, überraschter Elefant grunzt lauter, ein Geräusch, das dem Knurren ähnelt.

Verängstigte Elefanten-Babies quieken und haben einen erhöhte mütterliche Aufmerksamkeit und stärkeren Schutztrieb zur Folge.

 

Trompetenstöße werden durch das Tröten mit dem Rüssel bei sehr großer Aufregung oder Wut erzeugt.  

Rücksichtnahme durch den Menschen heißt hier das Losungswort und nicht Herausforderung.. Wir müssen erkennen, dass wir die Rechte der Tiere wahrnehmen und sie nicht ausbeuten bzw. ermorden, einer Lächerlichkeit wegen: Geld. Ist das Leben dieser im Großen und Ganzen sanften, von der Natur geschaffenen Riesen nicht wichtiger, als das von Menschen erfundene Scheinobjekt der Begierde?

Tod für Elfenbein Foto Pixabay
Tod für Elfenbein Foto Pixabay

Es ist Abend, unsere Herde wendet sich zum Gehen, bleibt behütet, wunderbare Wesen, so wie die Elefanten im Park der Tembe, im Land der Königselefanten.