Tabuthema: Zoophilie

Tierleid - verschwiegen, geheim

Man kennt sie, die Tierquäler, die die ihnen anvertrauten Mitgeschöpfe schlagen, foltern, anbinden, verhungern und verdursten lassen, öffentlich werden ihre Namen genannt, aber jene, die hinter verschlossenen Türen sexuellen Praktiken frönen, die vollkommen abseits der Vorstellungskraft jedes Tierfreundes bzw. Tierschützers liegen, bleiben meistens unerkannt und verborgen: Der sexuelle Missbrauch von Tieren, besser die Vergewaltigung eines Mitgeschöpfes infolge abartiger menschlicher sexueller Neigungen, Zoophilie genannt, eher bekannt unter Sodomie.

Es ist Usus der Zoophilie und ihrer Verfechter immer wieder vehement die Mär „vom einvernehmlichen Sex“ mit dem missbrauchten Tier aller Welt und insbesondere den Tierschützern suggerieren möchten. Missglückte Manipulationsversuche von Anbeginn; denn es steht fest, zoophile Praktiken sind und bleiben Tierquälerei und bildet in Deutschland einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, das im Jahre 2016 vom Verfassungsgericht bestätigt wurde, als zwei Sodomiten (männlich und weiblich) Verfassungsbeschwerde gegen das Sexverbot mit Tieren einlegten. Das Bundesverfassungsgericht nahm die Beschwerde nicht zur Entscheidung an (1 BvR 1864/14).

Lt. der Tierschutz- und Tierrechtsorganisation PETA werden bei dem sexuellen Umgang mit Tieren Hunde, Pferde, Ziegen und Rinder missbraucht, keine Katzen, jedoch Großkatzen im Bereich des Zoo-Sadismus, dabei entfallen 85 % auf Pferde und Hunde. Aber auch Hühner, Mäuse, kleine Schlangen und sogar Fische werden im asiatischen Raum missbraucht und zum Teil noch während des Sexualaktes getötet, um durch die Todeszuckungen die orgastische Stimulation noch zu intensivieren. Hier streikt die Phantasie …

Foto Wikipedia
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Die renommierte Verhaltensforscherin Dr. Dorit Urd Feddersen-Petersen (Univ. Kiel) erklärt Zoophilie wie folgt:„Wenn Menschen sexuelle Handlungen an Hunden vornehmen, haben die Tiere durch ihre Lebensbedingungen schlicht keinerlei Wahlmöglichkeiten. (…) Was als Wohlbefinden und Lustausdruck fehlinterpretiert wird, ist nicht selten das Verhalten eines Tieres, das einer extremen Belastungssituation ausgeliefert, also ihr gegenüber völlig hilflos ist“ - während der österreichische Sozialwissenschaftler Michael Fischer Zoophilie in dieser Weise umschreibt: „Sexualität muss nicht notwendig Missbrauch sein, aber bei der Sexualität mit Tieren sind dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet.“ „Dass dabei, gerade im Zustand sexuellen Begehrens, die Macht niemals in Zwang umgesetzt wird, ist höchst unwahrscheinlich. Auch wenn sich einige ‚freundliche Zoophile‘ die Gleichberechtigung des tierlichen ‚Partners‘ auf die Fahnen geschrieben haben und sich manche ihrer Schriften so läsen, als dächten sie noch während des Sexualakts an kaum etwas anderes – für die Praxis ist eine (mindestens milde) Nötigung des Tiers als ein häufiger Fall anzunehmen. Und die Idee der Gleichberechtigung von Mensch und Tier scheint sich regelmäßig auf das ‚eigene‘ bzw. sexuell benutzte Tier, auf die Legitimation der eigenen sexuellen Praxis und auf die Imagination von Partnerschaftlichkeit zu beschränken.“  

Diese „Imagination der Partnerschaftlichkeit“ wird vornehmlich von der Zoophilen-Organisation ZETA (Zoophiles Engagement für Toleranz und Aufklärung) ins Feld geführt, doch glücklicherweise scheiterte sie an der rechtskräftigen Eintragung als Verein (e.V.) in mehreren Anläufen, u.a. im Vereinsregister des Amtsgerichtes Charlottenburg. Obwohl der Zeitpunkt der rechtlichen Auseinandersetzungen noch vor der Novellierung des Tierschutzgesetzes im Jahre 2013 von statten ging, entschied das Kammergericht Berlin – bestärkt durch die vorherige Zurückweisung der Verfassungsbeschwerde durch den Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin – gegen eine Eintragung ins Vereinsregister mit den eindeutigen Urteilsbegründungen: „Nach § 17 Nr. 2b TierSchG macht sich strafbar, wer einem Wirbeltier länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt. Das ist durch die Satzung nicht ausgeschlossen. (…) Das Tier kann jedoch seinen Willen als Sexualpartner nicht objektiv erkennbar äußern und sich nicht gegen ihm zugefügte Schmerzen oder Leiden adäquat schützen oder zur Wehr setzen. Hier denkbare Penetrationen von Wirbeltieren oder das (auch unbeabsichtigte) Quälen von Tieren zur Befriedigung des Sexualtriebs stellen subjektiv und objektiv tatbestandlich die Zufügung sich wiederholender erheblicher Leiden der Tiere gemäß § 17 TierSchG dar.“ (Kammergericht Berlin v. 19.10.2011, Az.: 25 W 73/11) (5)

 „Die guten Sitten bilden dabei einen unbestimmten Rechtsbegriff. Bei dessen Auslegung hat die Rechtsprechung den Umwelt- und Tierschutzauftrag des Art. 20a GG zu berücksichtigen. Allein dies führt zur Satzungsunwirksamkeit.“ (Kammergericht Berlin v. 3.12.2012, Az.: 12 W 69/12). Die hiergegen gerichtete Verfassungsbeschwerde wies der Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin mit Beschluss v. 28.2.2012 (Az.: VerfGH 156/11) (6) 

Seit 2013 (im Rahmen der Modifizierung des Tierschutzgesetzes auf Betreiben vieler Tierschutzorganisationen) gilt auch in Deutschland ein strafrechtlich sanktioniertes Verbot des Sexualverkehrs mit Tieren, ähnlich wie in der Schweiz, Frankreich, Belgien, Großbritannien, Österreich und seit Juli 2015 auch in Dänemark

§ 3 Nr. 13 des deutschen Tierschutzgesetzes lautet:

Es ist verboten, ein Tier für eigene sexuelle Handlungen zu nutzen oder für sexuelle Handlungen Dritter abzurichten oder zur Verfügung zu stellen und dadurch zu artwidrigem Verhalten zu zwingen. Über § 18 Nr. 4 des Tierschutzgesetzes ist ein Verstoß mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro sanktioniert.

Zu wenig, um dem Leid der Stimmlosen gerecht zu werden, das wirft die Frage auf, ob eine Sanktionierung durch Freiheitsstrafen adäquater und angemessener wäre, zumal auch in Deutschland (wie auch in Skandinavien und den USA) die Existenz von Tierbordellen unbestritten ist. Schmerz und Leid der missbrauchten Tiere (oft mit dem Tod im Gefolge) sind unvorstellbar. Sie können nicht sprechen, sich nicht äußern und müssen stumm die angetanen Qualen ertragen.

Wir erschauern, wenn wir von Zwangsprostituierung erfahren oder missbrauchten Kindern. Wieviel mehr müssen wir erschauern vor dem, was unseren armen Mitgeschöpfen angetan wird, jenen, die sich nicht äußern und ihre Peiniger nicht benennen können!

 

 

Liste der Strafbarkeit zoophiler Handlungen, des Besitzes und des Verbreitens von Tierpornographie innerhalb Europas und weltweit.

Europa

 

Die Gesetzgebung ist innerhalb Europas und der EU von Land zu Land unterschiedlich. Hier eine tabellarische Übersicht.

 

Land

Strafbarkeit
zoophiler Handlungen

Verbreitung / Besitz
von Tierpornografie

Belgien

illegal seit 2007, bis zu 6 Monate Gefängnis
oder Geldstrafe

 

Dänemark

Verboten seit 2015

illegal

Finnland

legal seit 1971

strafbar

Frankreich

illegal seit 2004, bis zu 2 Jahre Gefängnis
oder Geldstrafe

 

Deutschland

Ordnungwidrigkeit seit 2013 im Rahmen des TschG. Strafbar (Geldstrafe)

strafbar/legal

Ungarn

legal

 

Irland

illegal, bis zu lebenslänglicher Haft

 

Niederlande

illegal seit 2010, bis zu 1 Jahr Gefängnis
oder Geldstrafe

strafbar / strafbar

Norwegen

illegal seit 2008

strafbar

Polen

illegal seit 1997 bis zu 3 Jahre Gefängnis
und 10 Jahre Tierhalteverbot,
bei gewerblichem Hintergrund bis zu
8 Jahre Gefängnis

strafbar / legal

Portugal

illegal

 

Rumänien

legal

strafbar / legal

Schweden

strafbar seit 2014, bis zu 2 Jahre Gefängnis
und / oder Bußgeld

 

Schweiz

strafbar

strafbar / strafbar

Groß-Britannien

strafbar seit 1290, bis zu 2 Jahre Gefängnis
und / oder Bußgeld

strafbar / strafbar

 



USA und Kanada

In den USA gibt es kein Bundesgesetz, das Zoophilie verbietet. Im Januar 2012 gab es in 34 Bundesstaaten spezielle Gesetze, die sexuelle Kontakte zwischen Mensch und Tier mit Strafe bedrohen (oft im Zusammenhang mit Analverkehr).

Neun Staaten haben erst in letzter Zeit solche Paragraphen eingeführt: Oregon, Maine, Iowa, Illinois, Indiana, Missouri, Arizona, Alaska und Florida. In manchen Staaten geht man davon aus, dass wenn Analverkehr nicht verboten ist (allgemein im Kontext der männlichen Homosexualität), dann kann auch Zoophilie nicht illegal sein. Allerdings hat sich in Florida gezeigt, wo es keine spezielle Gesetzesgebung dagegen gab, dass man auch die Gesetze gegen Tierquälerei anwenden kann.

Nach einem Vorfall vom 2. Juli 2005, bei dem der Zoophile Kenneth Pinyan in der Notaufnahme des Enumclaw Community Hospitals für tot erklärt wurde, nachdem ihm beim passiven Analverkehr mit einem Hengst der Darm abgerissen worden war, hat der Gesetzgeber des Staates Washington, der vorher einer der wenigen Staaten in den USA ohne spezielle Gesetzgebung gegen Sex mit Tieren gewesen war, innerhalb von sechs Monaten ein Gesetz gegen Bestiality verabschiedet.

Wenn solche Gesetze eingebracht werden, werden sie von der Öffentlichkeit nie in Frage gestellt oder debattiert. Jedoch wurden Gesetze, die einvernehmlichen Sex zwischen Menschen und Tieren verurteilen, in Fachkreisen durchaus auch als ungerecht, diskriminierend und nicht verfassungsgemäß kritisiert.

In siebzehn Staaten sind sexuelle Kontakte zwischen Mensch und Tier ein Vergehen: Alaska, Arkansas, Florida, Iowa, Kalifornien, Louisiana, Maryland, Maine, Minnesota, Missouri, Nebraska, New York, North Dakota, Oregon, Pennsylvania, Utah und Wisconsin. Auch in n Puerto Rico, ein US-amerikanisches Außengebiet, ist Zoophilie ein Verbrechen.

In siebzehn weiteren Staaten sind sie ein Verbrechen: Arizona, North Carolina, South Carolina, South Dakota, Delaware, Georgia, Idaho, Illinois, Indiana, Massachusetts, Michigan, Mississippi, Oklahoma, Rhode Island, Tennessee, Virginia und Washington.

Die anderen 16 Staaten (darunter Washington, D.C.) haben kein Gesetz, das den sexuellen Kontakt zwischen Menschen und Tieren verbietet.

In Kanada verbietet der Artikel 160.1 des Criminal Code (Strafgesetzbuch) sexuelle Kontakte zwischen Mensch und Tier. Es droht eine Gefängnisstrafe bis zu zehn Jahren.

 

Weltweit

In Australien gehören Gesetze gegen Tierquälerei zur nationalen Gesetzgebung. Zoophile Handlungen sind durch ein Bundesgesetz verboten, jedoch kann jeder Teilstaat diese Gesetzgebung außer Kraft setzen, wenn er das möchte. Bis 2011 wurden zoophile Beziehungen in Canberra und Jervis Bay Territory als legal angesehen.

In Neuseeland wurde in dem Gesetzesvorschlag zur Strafrechtsreform 1989 erwogen, zoophile Handlungen als Straftatbestand abzuschaffen. Man tat es dann doch nicht und so können auch heute noch Menschen deswegen verfolgt werden. Nach Sektion 143 des Strafgesetzes von 1961 können Personen zu bis zu 7 Jahren für „Tiermissbrauch“ verurteilt werden und das Verbrechen wird als vollendet angesehen, wenn eine Penetration erfolgt ist.

In Indien sind zoophile Handlungen illegal. Nach Artikel 377 des indischen Strafgesetzbuches ist es für einen Menschen illegal, eine sexuelle Beziehung mit einem Tier zu unterhalten.

In Brasilien, Japan und Mexiko sind zoophile Handlungen legal.

In afrikanischen Ländern wie Sambia, Ghana und Äthopien sind zoophile Handlungen illegal. In vielen afrikanischen Ländern werden Homosexualität und Zoophilie gleich bewertet.

 

 

 


Dr. Albert Schweitzer (Wikipedia)
Dr. Albert Schweitzer (Wikipedia)

Wo immer ein Tier in den Dienst des Menschen gezwungen wird, gehen die Leiden, die es erduldet, uns alle an.