Spatzengezwitscher

Tl. 2 Feldsperling

Feldsperling bei der Fütterung Foto c) Nabu - Gaby Schroeder
Feldsperling bei der Fütterung Foto c) Nabu - Gaby Schroeder

Lange hielt man den Feldsperling für ungefährdet, doch auch er ist durch die "modernen" endlosen Monokulturen mit ihren Insektiziden und Pestiziden gefährdet. Oft zeigt sich - auch bei ganzjähriger Fütterung - diese Sperlingsart an den Futterhäuschen, es geht auch ibei ihr in vielen Fällen um das nackte Überleben.

Feldsperling, Foto c) Gelzleichter
Feldsperling, Foto c) Gelzleichter

Feldsperlinge (Passer montanus - Größe: bis 14 cm, Gewicht 20 bis 24 g, Flügellänge: 66 bis 71 mm)

Scheuer als die Haussperlinge fallen Feldsperlinge durch ein rot-braunes Köpfchen auf, das deutlich durch ein weißes Halsband, das nahezu den ganzen Kopf umschließt, weiße Wangen mit einem schwarzen Fleck sowie einem schwarzen Brustlatz abgegrenzt wird, ohne einen Geschlechtsdimorphismus aufzuzeigen (beide Geschlechter sind gleichfarbig), aber ebenfalls mit einer äuffälligen Gefiederfärbung der Flügel. In Mitteleuropa fehlt der Vogel im Inneren der Städte und Dörfer und bevorzugt eher schütter bewaldete Regionen bzw. Waldränder, Alleen, Gehölze an Feldrainen und lebt außerdem nur in äußersten Randbereichen von Siedlungen.

Als weniger ausgeprägter Kulturfolger ist dieser typische mitteleuropäische Tieflandbrüter zwar weit in Europa bis nach Afrika verbreitet, doch gehören weite Teile Schottlands, Irlands und Skandinaviens sowie Griechenland und große Teile Kleinasiens nicht zum Siedlungsgebiet des Feldsperlings.. Nur sehr kalte Winter können einige Populationen des eigentlichen Standvogels zu einer südwärts gerichteten Wanderbewegung veranlassen. In Trupps, die sich manchmal aus einigen wenigen – teils aber auch oftmals bis zu 1000 Individuen zusammenfinden- außerhalb der Fortpflanzungszeit – ziehen die geselligen Vögel nomadisierend durch bis zu 100 Quadratkilometer umfassende Gebiete und pflegen sich des Öfteren in dieser Zeit auch mit Haus- und Weidensperlingen und anderen Finkenvögeln oder Ammern zu vergesellschaften. Staubbäder nehmen sie oft und gerne an festen Plätzen ein, die sie vehement gegen jeglichen Eindringling verteidigen.

 

Posierlich ist es anzusehen, wenn die Vögelchen kopfüber an einem blühenden Gras- bzw. Getreidehalm hängen, um die Samen bzw. Körner herauszupicken, doch der Großteil der Nahrung, die Samen von Gräsern und Kräutern, wird zu Fuß vom Boden aufgenommen, als gelegentliches Zubrot werden auch Knospen und Beeren nicht verschmäht, die Nestlinge werden mit zerteilten Insekten aufgezogen. 

Als monogame Vogelart halten die einander verbunden Paare sich lebenslang die Treue. Es wird aber beobachtet, dass einige Männchen sich auch benachbarter Weibchen annehmen, deren Partner verstorben ist, um auf diese Weise die Fortpflanzung der Art in jedweder Möglichkeit zu sichern.

In Abhängigkeit von dem Angebot der Brutmöglichkeiten, brüten Feldsperlinge häufig in lockeren Kolonien, dabei wählen die überwiegenden Höhlen- und Nischenbrüter gelegentlich zur Brut auch Freinester, die unmittelbare Umgebung der Nistplätze wird grundsätzlich verteidigt.

 

Hat sich ein Männchen für einen Nistplatz entschieden zeigt er aufgeplustert seiner Angebeteten den Nistplatz, verführt und führt sie mit einem Hälmchen im Schabel zu dem ausgewählten Ort, den sie überprüft. Bei Wohlgefallen beginnen beide mit dem Nestbau, den sie entweder als Kugelbau gestalten oder als eine Art „unordentlicher Napf“ aus Blättern, Wurzeln und Halmen, weich ausgepolstert mit Federchen und Haaren. Effektiv arbeiten beide Partnervögel, kehren alle 2 bis 6 Minuten mit Nistmaterial zum Nest zurück, so dass der Bau in fünf Tagen vollendet ist. Das Brutgeschäft - in der Dauer von 11 bis 14 Tagen - beginnt mit der Ablage des letzten Eies eines Geleges, das in der Regel aus 4 bis 6 blass gefärbten, spindelförmigen, glatten Eiern besteht (seltener bis 9 Eiern), die kleiner und weniger kräftig gefärbt sind, als die der Haussperlinge. Beide Eltern brüten, allerdings mit einem höheren Anteil des Weibchens. Die kleinen Nesthocker werden von beiden Eltern versorgt, Frau Mamma hudert die Kleinen während der ersten acht Lebenstage, am 5. Lebenstag öffnen sich schon die Augen der Nestlinge, die schon am 10. Tag zum

Passer montanus c) Jaromer
Passer montanus c) Jaromer

Während der Brutperiode (Feldsperlinge brüten das erste Mal im Alter von einem Jahr), die in Mitteleuropa Mitte April bis Anfang Mai beginnt, ziehen Feldsperlinge zwischen zwei und drei Bruten groß, die sich gelegentlich auch überlappen können, so dass das Männchen die Erstbrut versorgt, während das Weibchen auf dem neuen Gelege sitzt. Die zahlreichen Prädatoren des Feldsperlings, zu denen nicht nur Sperber (Accipiter nisus) und Waldkauz (Strix aluco) - daneben gelegentlich auch Mäusebussard (Buteo buteo), Turm- (Falko subbuteo) und Wanderfalke (Falko tinnunculus)- zählen, sondern viel eher noch Hauskatze, Wiesel, Marder, Eichhörnchen und sogar Mäuse, dezimieren die Bruterfolge mit unterschiedlichen Forschungsergebnissen, die zwischen 1,2 bis 8,8 Jungvögeln pro Feldsperlingspaar variieren. 

Die Lehre für das menschliche Verhalten im Hinblick auf das soziale Gefüge der Sperlinge? Zusammenhalt und die Schwächsten der Gesellschaft nicht vergessen.