Ist die Jagd Naturschutz - oder feiger Mord am chancenlosen Mitgeschöpf?

Bischof Hubertus von Maastricht, Tongeren und Lüttich, linke Darstellung, unter der Kanzel in der Kathedrale von Lüttich
Bischof Hubertus von Maastricht, Tongeren und Lüttich, linke Darstellung, unter der Kanzel in der Kathedrale von Lüttich

„Tiere sind etwas Heiliges...“ (Der Karikaturist Bruno Haberzettl im Interview mit Julia Brunk von der Zeitschrift „Freiheit für Tiere“).

 

 

Ob der christliche Adelige Hucbertus, Graf von Toulouse, als er in den Wäldern der Ardennen - gleich dem sagenhaften Jäger Nimrod - Wildtiere in unvorstellbarer Menge jagte und tötete, die Stimme von Jesus hörte, die ihn mit den Worten ansprach „Hubertus, warum verfolgst du mich“ oder ihn der flehentliche Blick eines waidwunden Tieres ins Herz getroffen hatte, bleibe dahingestellt. Es muss wohl ein so eindrucksvolles Erlebnis gewesen sein, dass der einst sehr geachtete Pfalzgraf am austrasischen Hofe der Jagd entsagte und sieben Jahre sich in die Einsamkeit zurückzog, um die Bibel zu studieren und beschloss, geistlich zu werden. Im sog. Tor der Ardennen, im Tal des jungen Hoyoux bei Claviers les Avins (ein verwittertes Schild erinnert noch daran) widmete er sich ganz seinen Studien, gründete die Kirche von Claviers, die er dem Hl. Martin widmete und folgte schließlich seinem Mentor, Bischof Lambert, als 14. Bischof in der Liste der Bischöfe von Maastricht, Tongeren und Lüttich in das Amt, das er ab September 705 bis zu seinem Tod am 30. Mai 727 vorbildlich versah.  (Fotos - von links Claviers les Avins September 2009, Martinskirche, Hoyoux i. der Rue de la Vanne, hier lebte St. Hubertus 7 Jahre.)

Es erscheint gerade zu grotesk, dass der nunmehrige Nationalheilige Belgiens auch als Schutzpatron der Jäger und Metzger herangezogen wird und sein Ehrentag als Fest unsäglichens Tötens der Wildtiere begangen wird, in sog. Hubertusmessen zelebriert und von Priestern resp. Pfarrern gesegnet.  

Mit der Jagd, dem Mord an unschuldigen Tieren, wird einer Passion gefrönt, die nur durch die Lust am Töten erklärt werden kann; wie leicht offenbar der Schritt vom Tiermord zu Straftaten an Menschen bis hin zum Mord zu gehen ist, lässt sich anhand der langen Listen der sog. „Jagdunfälle“ und Tötungsdelikte in Jägerkreisen aufweisen (http://www.abschaffung-der-jagd.de/menschenalsjaegeropfer/jagdunfaelle---straftaten-2015/index.html ).

ES braucht weder Jagd noch Jäger, um den Wildbestand zu regulieren. Die Natur regelt sich ohne menschliche Eingriffe selbst. Es ist bekannt, dass z.B. Wildschweinplagen nur daraus resultieren, dass das Schwarzwild nicht nur bei Schneefall im Winter, sondern auch zu anderen Jahreszeiten, sogar mitten im Sommer, mit Mais gekirrt wird, gerade Mais fördert die Fruchtbarkeit des Schwarzwildes. Rot- und Damwild flüchtet infolge von Treibjagden in die Wälder und ist gezwungen – in Ermangelung von Äsplätzen auf Waldwiesen und an Waldrainen – sich mit den Rinden und Sprossen junger Bäume zu begnügen. Besonders schäbig: Die Lecksteine für Rotwild genau in Schusslinie gegenüber von „jagdlichen Einrichtungen“, so dass auch der alkoholisierte Lusttöter mühelos, das vertrauende Tier ins Visier nehmen und erlegen kann.

 

Wie verworfen muss ein Mensch sein, der ohne Ehrfurcht vor dem Leben unschuldige Wesen peinigt, die oft nicht sofort tödlich getroffen werden, flüchten und nach tagelangen entsetzlichen Qualen erst den Tod erleiden. Jährlich werden über 4 Millionen Wildtiere durch Jagden getötet, die angeblich dem Naturschutz dienen sollen – Dabei ist es doch bekannt, dass nur ein Überschuss an Nahrungsangeboten auch einen Überschuss an Wildtieren zur Folge hat. Wer füttert also die Tiere so an, dass sie sich trotz Jagd (oder gerade wegen der Jagd) ungehemmt vermehren? „Jagd reguliert nicht“, stellte der renommierte Zoologe und Ökologe Prof. Dr. Josef H. Reicholt fest, „sie schafft nur überhöhte und unterdrückte Bestände.“ Wildschweine und auch Füchse zeigen bei starker Bejagung deutliche höhere Fortpflanzungsquoten und höhere Fruchtbarkeit – die Natur gleicht die Verluste aus.  

Wir verzichten auf Jägerlatein und die Mär vom Jäger als Heger. Ranger sollten als Beobachter für Natur und Wild eingesetzt werden, nicht zum Töten (Ausnahme: Unglücksfall mit schwerer Verletzung eines Tieres).

 

Jäger sind mitnichten Naturschützer, ihnen steht dieser Status nicht zu, sondern sie stehen – nach den Worten Friedrich, des Großen – unter dem Metzger!

 

 

Und so sieht der österreichische Karikaturist Bruno Haberzettl Jagd und Jäger