Ganeshas heilige Tiere - Indische Elefanten

Elephas maximus indicus

Ganesha - der  Gott mit dem Elefantenkopf
Ganesha - der Gott mit dem Elefantenkopf

Es wird berichtet, er sei der Beliebteste der hindustischen Götter Indiens, ein heiterer, oft zu Streichen aufgelegter Glücksgott, Ganesha, der „Herr der Heerscharen“, mit dem Elefantenkopf. Der Zerstörer des Bösen und von Hindernissen, der Gott des Erfolges, der Bildung, der Weisheit und des Wissens zeigt sich als freundlicher „Herr der Heerscharen“, der Sohn von Shiva und Parvati. Heilig sind ihm die Tiere, denen er seinen Kopf verdankt, die Elefanten. Wie die Fama berichtet, trug er einst einen menschlichen Kopf, den ihm Shiva versehentlich abschlug. Um Parvati zu versöhnen, sandte er Boten aus, die ihm den Kopf des ersten Wesens, das ihnen begegnete, bringen sollten, um den Sohn wieder zum Leben zu erwecken. Es war ein indischer Elefant, der sein Leben lassen musste für Shivas Sohn, der fortan einen Elefantenkopf trug.

Lebensraum der Indischen Elefanten, rosa - früher, rot - heute
Lebensraum der Indischen Elefanten, rosa - früher, rot - heute

Das heilige Tier des Ganesha ist eigentlich eine der drei Unterarten des Asiatischen Elefanten, auf dem asiatischen Kontinent heimisch und - trotz der Unterstützung seines Schutzgottes - stark bedroht. Schon 1986 wurde der Elephas maximus von der IUCN als stark gefährdet eingestuft. die Population hatte sich bereits zu diesem Zeitpunkt während der letzten 3 Generationen um 50 % verringert. infolge des Verlustes, des Rückganges der Qualität und der Fragmentierung des Lebensraumes, eine Tragödie für diese Elefantenart, die Vermehrung der menschlichen Art, die Ausweitung deren Lebensraumes reduziert die Nahrungsmöglichkeiten von Ganeshas heiligen Tieren.

Indische Elefanten, kleiner als ihre afrikanischen Verwandten, mit einer Schulterhöhe von 2 bis 3,50 m, 19 Rippenpaaren, erreichen ein Gewicht von 2000 bis 5000 kg, wobei die weiblichen Tiere normalerweise kleiner sind mit einem dementsprechenden Gewicht, meistens keine Stoßzähne besitzen oder nur sehr kleine. Der Kopf ist der höchste Punkt des Körpers, breiter als derjenige der afrikanischen Elefanten, mit aber deutlich kleineren Ohren ausgestattet, aber einem proportional gesehen längeren Rüssel mit einem fingerförmigen Fortsatz am Rüsselende.. Der Rücken kann gerade oder etwas gewölbt sein.  

Elephas maximus indicus
Elephas maximus indicus

Wie alle Asiatischen Elefanten sind auch die indischen dämmerungs- und nachtaktiv, ruhen während der Tageshitze, senken während der Nacht ihre Körpertemperatur deutlich ab, um sich so einen Temperaturpuffer für den Tag zu verschaffen, temporäre Heterothermie genannt.

 

Weit wandern die Riesenpflanzenfresser auf ihren Tagesmärschen auf der Suche nach Futter, denn sie brauchen 150 kg Nahrung täglich, die aus Süß-Gräsern, Sauergrasgewächsen, Malvenartigen, Hülsenfrüchtlern und Palmenartigen, Frische Blätter, Zweige und Baumrinde fressen sie in der Trockenzeit von Januar bis April, verschmähen auch die dornentragenden Triebe der Acacia (Mimosengewächs) nicht, ohne Unwohlsein. Vom Bambus fressen sie Setzlinge, Halme und Seitentriebe. Sowohl die Rinde des Weißdorns und anderer blühender Pflanzen dient zur Ernährung, als auch die Früchte des sog. Elefantenapfels, des Tamarindenbaumes und der Dattelpalme. Mit gelegentlichen Einfällen auf Plantagen gelangen sie auch zu Reis, Zuckerrohr und Bananen.  

Einmal pro Tag sucht die Herde (Jungtiere und Kühe, heutigentags zw. 8 und 30 Tieren) eine Wasserstelle auf. Alle Tiere einer Herde sind miteinander verwandt: Mütter, Töchter und Schwestern, und genau wie bei den afrikanischen Verwandten führt auch hier die älteste Kuh die Herde an und sorgt für Ordnung und Zusammenhalt. Auch hier leben die Bullen allein oder in Junggesellen-Verbänden, schließen sich allerdings zur Paarungszeit einer Herde an und leben oft auch mehrere Monate innerhalb dieser Herde.Die Paarungszeit ist zeitlich nicht gebunden, deshalb leben in 40 % der Herden auch Bullen, manches Mal auch mehrere, ohne Aggressionen untereinander. Im Durchschnitt dauert auch bei den Indischen Elefanten die Tragzeit 640 Tage (entspricht 22 Monaten), es wird ein einzelnes Kalb geboren mit einem durchschnittlichen Gewicht von 100 kg, bedeckt von einem langen, braunen Haarkleid. Kurze Zeit nach der Geburt kann es schon stehen und gehen. Nicht nur bei der Mutter saugt es mit seinem Maul, es darf auch bei den anderen Kühen saugen. Zwar kann es mit 6 Monaten schon selbständig fressen, saugt aber oft noch bei der Mutter bis ins zweite Lebensjahr. Ausgewachsen sind sie erst mit etwa 15 bis 17 Jahren. Männliche Tiere werden im Alter von 7 bis 8 Jahren von der Herde ausgeschlossen, sie schließen sich etwa zu einer Junggesellengemeinschaft zusammen oder schließen sich einem älteren Bullen an. 

Die größte Bedrohung der Indischen Elefanten ist der Mensch, der sich immer mehr vom Lebensraum dieser Tiere nimmt, ihre Bewegungsfreiheit ist durch Staudämme, Stauseen, Eisenbahnstrecken, große Anzahl von Plantagen, Straßen, Bergbau und Ausweitung der Industrie immer mehr eingeschränkt, während die Elefantenkälber durch natürliche Fressfeinde bedroht werden.

 

 

paradox - Elefanten aus Elfenbein (angebl. Mammut)
paradox - Elefanten aus Elfenbein (angebl. Mammut)

Angeheizt durch den illegalen Handel mit ausländischen Touristen muss sich auch Indien mit Wilderern auseinandersetzen. Wenn man bedenkt, dass – nach dem weltweiten Verbot des Elfenbeinhandels - der Preis für ein Kilo eines Elefantenstoßzahnes in Myanmar (einem Land, das für seine tierquälerische Behandlung von Elefanten, insbesondere der kleinen Kälber, bekannt ist) von $76 pro Kilo eines Stoßzahnes (1989/90) auf $200 pro Kilo Mitte des Jahres 1990 kletterte. Kann man sich vorstellen, welche dunklen, verbrecherischen Quellen sich an dem Tod der Elefanten bereichern.  

Indien schützt seine Elefanten, sie sind im Washingtoner Artenschutzabkommen CITES aufgelistet. 1992 wurde vom indischen Umwelt- und Waldministerium das Projekt Elefant gestartet, um technische und finanzielle Unterstützungen des Wildtiermanagements für wilde, frei lebende Elefantenpopulationen bereit zu stellen. Dahinter steckt die Absicht, das Langzeitüberleben von auf Schutz angewiesene, lebensfähige Populationen der Indischen Elefanten in ihrem natürlichen Habitat zu sichern, mit der Maßgabe, dass nicht nur die Elefanten, sondern auch ihr Lebensraum und die Migrationskorridore gesichert werden. Weitere wichtige und interessante Ziele des Projektes Elefant bestehen darin, die Forschung der Ökologie und Organisation der Elefanten zu unterstützen, ein Schutzbewusstsein für die wunderbaren Mitgeschöpfe in der Bevölkerung zu wecken und bei den gefangenen Elefanten eine optimale tierärztliche Versorgung zu bewirken.

 

 

So scheint auf wundersame Weise der elefantenköpfige, glückbringende Gott Ganesha für seine heiligen Tiere in ihrem angestammten Land zu sorgen, über ihr Leben und ihre Zukunft zu wachen in den Gedanken und Taten wissender, mitfühlender, kreativer, politisch verantwortlicher Mitmenschen. Ihnen sei Dank dafür!