c) Pixabay
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Verborgen in den Regenwäldern Afrikas - die Waldelefanten (Loxodonta cyclotis)

Die kleinste Dickhäuterart des Planeten

Urwald c) Pixabay
Urwald c) Pixabay

rompetenstöße in den afrikanischen Regenwäldern Gabuns zeugen vom Leben des darin verborgenen, kleinsten Dickhäuter unseres Planeten – verborgen und doch bedroht – Begehrlichkeiten bedrohen sein Leben, ebenso wie das der grauen Riesen, der Savannen- bzw. Steppenelefanten. Das weiße Gold - Elfenbein – weckt immer noch Begierden, durch Mord und Totschlag an Mitgeschöpfen Reichtum zu erlangen.

 

Einst wurde er als Unterart des größten Landtieres der Erde, des afrikanischen Savannen- oder Steppen-Elefanten (Loxodanta africana) angesehen. Doch wie neuere Forschungen bewiesen haben, handelt es sich bei den Waldelefanten um eine eigene Art. Nach Untersuchungen der Harvard Medical School* hat sich diese Gattung vor 5 Millionen Jahren von den Afrikanischen Savannen-Elefanten abgesondert (*aus dem Jahre 2001/2). Mit seiner Größe von 2,40 m bis 2,60 Schulterhöhe und einem Gewicht von etwa 4 Tonnen der Elefantenbullen (Elefantenkühe 2,20 m) zeigt sich die um ein Wesentliches geringere Größe der Waldelefanten gegenüber den bekannteren großen Giganten der Steppen und Savannen Afrikas.  

Waldelefanten c) Online-Tierlexikon
Waldelefanten c) Online-Tierlexikon

Rundere Ohren((80 bis 100 cm groß), kleinere gerade, parallel verlaufende Stoßzähne (damit sie sich nicht im Dickicht verhaken), eine dunklere Haut und stärkere Behaarung erweisen sich als weitere Unterscheidungsmerkmale. An seinen stämmigen Füßen befinden sich vorne vier Zehen und drei Zehen hinten. Der Rücken ist konvers gebogen, nach hinten abfallend. Er geht im Passgang, beim Gehen und Laufen auf eine schaukelnde Weise. Eine Eigenart des Waldelefanten: Er besitzt 6 Backenzähne: 3 Prämolaren/Vorbackenzähne, 3 Molaren/eigentliche Backenzähne, von denen im je im Unter- und Oberkiefer ein Backenzahn genutzt wird, wenn dieser durch extrem harte Nahrung abenutzt ist, schiebt sich der nächste Zahn im Kiefer von hinten nach vorne (horizontaler Zahnwechsel genannt). Auf diese Weise werden die Backenzähne des Waldelefanten im Laufe seines Lebens sechsmal ersetzt. Tragisch: Ist der letzte und größte Backenzahn abgenutzt, muss der Elefant hungern und sterben.

Das große Gehirn des Waldelefanten lässt ihn über ein enormes Gedächtnis verfügen, und – da er innerhalb seiner Gruppe eine gute soziale Struktur bildet, gehört er zu den intelligentesten lebenden Säugetieren. Elefanten sehen relativ schlecht, deshalb ist für ihr soziales Leben die Kommunikation und damit die Lautgebung sehr wichtig. Auf Nahrungssuche ohne Sichtkontakt verständigen sie sich beispielsweise durch tiefe Geräusche, die sich wie ein Kollern oder Rumpeln anhören, aber 2/3 liegen allerdings unter der menschlichen Hörschwelle, bezeichnet als Infraschall.

 

Waldelefant c) Nabu - Fotograf Patricio Robles
Waldelefant c) Nabu - Fotograf Patricio Robles

Mit einem möglichen Lebensalter von über 60 Jahren reicht er fast an das menschliche Lebenserwartungsalter von durchschnittlich 77 Jahren heran, erstaunlich! Auch die Waldelefanten leben in Familiengruppen, bestehend aus der Matriarchin (älteste, erfahrenste Leitkuh), anderen Elefantenkühen- unterschiedlichen Alters - und ihren Jungen. Elefantenbullen gesellen sich nur zur Gruppe, wenn eine Elefantin empfängnisbereit ist, ansonsten leben sie solo oder in einer Junggesellengruppe. Das Wohl und Wehe hängt von der geschickten Leitung der Matriarchin ab: Sie bestimmt, wann gefressen, gebadet, getrunken und geruht wird. Hat das Leittier ein Alter von 50 bis 60 Jahren erreicht, wird ihr Platz von der nächstältesten Elefantenkuh eingenommen.

 

Bis zu 16 Stunden am Tag ernähren sich die Waldelefanten hauptsächlich von Blättern, Zweigen, Ästen, Wurzeln, Rinden, Gräsern und Früchten (100 bis 160 kg, ca. 150 l Flüssigkeit pro Tier) und tragen durch die verschiedenen Samen in ihren Kotballen zur Verbreitung der unterschiedlichen Baumarten bei.

 

 

Waldelefanten-Gruppe c) Robert le Guen
Waldelefanten-Gruppe c) Robert le Guen

Über das ganze Jahr erstreckt sich die Paarungszeit der Elefanten, an keine besondere Jahreszeit gebunden, ist aber während der Regenzeit besonders stark. Die Musth (Erregungszeit) ausgewachsener Bullen zeigt sich über das Jahr zu bestimmten Zeiten, dauert etwa drei Monate lang. Die Befruchtungsfähigkeit der weiblichen Tiere betägt nur wenige Tage, dieser „Östrus“ kann beliebig auftreten, deshalb wir der Nachwuchs auch ganzjährig – und nicht nur zu bestimmten Zeiten – geboren. Auch bei den Waldelefanten – wie bei den Savannenelefanten – beträgt die Tragzeit 22 Monate, das Elefantenkalb kommt mir einem Gewicht von 110 bis 120 kg und einer Körpergröße von 85 cm zur Welt. Gleich nach der Geburt versucht es aufzustehen, um der Mutter zu folgen bzw. bei ihr zu säugen. Es trinkt mit dem Maul an den Zitzen der Mutter zwischen deren Vorderbeine, den Gebrauch des Rüssels, lernt es erst später; denn es wird bis zu seinem vierten Lebensjahr gesäugt. Männliche und weibliche Kälber wachsen bis zum dritten Lebensjahr gleich schnell, danach wachsen männliche Tiere schneller und werden größer und kräftiger. Nicht nur durch die Mutter gut geschützt, sondern auch durch die anderen, meist blutsverwandten Mitglieder der Herde, wachsen die Jungtiere heran. Zwischen dem ersten und vierten Lebensjahr entwickeln sich die Stoßzähne, ab dem 15. Lebensjahr sind die Jungtiere erwachsen, männliche Tiere verlassen dann die Herde und schließen sich gelegentlich in „Junggesellengruppen“ zusammen. Die Töchter verbleiben ein Leben lang in ihrer angestammten Herde, sie gebären im Erwachsenenalter (manches Mal erst amb 23 Jahren) alle 5 bis 6 Jahre ein Kalb, ihre Gebärfähigkeit endet etwa im vierzigsten Lebensjahr.

Waldelefant Mutter und Jungtier c) Pixabay
Waldelefant Mutter und Jungtier c) Pixabay

Durch die Abholzung des Lebensraumes der Waldelefanten - den Regenwäldern - und infolge der Jagd auf diese bewunderungswürdige Tierart wegen der Gier nach Elfenbein, ist der Bestand der sensiblen Waldelefanten auf's Äußerste bedroht.

3 Milliarden Jahresumsatz erbringt der Elfenbeinhandel, besonders die mächtige U.S.amerikanische Waffenlobby NRA wendet sich gegen das Verbot bzw. die Einschränkung des Elfenbeinhandels, sie benutzen heute noch Elfenbein für Griffe und Beschläge von Waffen aller Art.

 

Hoffung: Seit viele afrikanischen Länder erkannt haben, dass mit sanftem Tourismus und Foto-Safaris mehr Geld verdient werden kann, als mit getöteten Tieren, wird den Elefanten mehr Schutz gewährt, aber es reicht nicht. Wilderei ist das größte Übel, das schon zur Ausrottung vieler Arten geführt hat.

 

Seit 25 Jahren ist in der Europäischen Union die Einfuhr von Elfenbein jüngeren Datums (nach 1990) verboten. Da seit 2012 die Ausfuhr alten Elfenbeins aus der EU stark zugenommen hatte, wurde im Jahr 2017 die Ausfuhr alten Elfenbeins (vor 1976) nur als schon verarbeiteter alter Schmuck, unter sehr strengen Vorbedingungen erlaubt.

 

 

Setzen wir uns stärker und fordernder ein für das erstaunliche Mitgeschöpf Elefant, das uns als Krafttier mit besonderen Qualitäten im Leben begleiten kann:

Lebensweisheit Standfestigkeit-Tradition


Ein bisschen Kunst - mit dem Leben eines Mitgeschöpfes bezahlt