Sumatra-Tiger c) WWF
Sumatra-Tiger c) WWF

Die kleinsten ihrer Art

Die Sumatra-Tiger (Panthera tigris sumatrae)

Sumatra
Sumatra

Zerklüftete, tropische Landschaften, rauchende Vulkane, – so zeigt sich der Lebensraum der kleinsten, äußerst bedrohten Tiger-Unterart auf Sumatra, einer der großen Sundainseln Indonesiens.

 

Ja, es gibt sie noch, diese hübsche Raubkatze mit dem ausgeprägten Backenbart, etwa 397 Individuen leben noch in den Wäldern und Sümpfen Sumatras; doch 95 Prozent dieser schön gezeichneten Tiere sind schon verlustig gegangen, Ursachen: Abholzung der Wälder für Kautschuk- und Palmöl-Plantagen, illegaler Abschuss der Tiger für die traditionelle asiatische Medizin, besonders den sog. „Tigerwein“. Der andauernde, durch den Menschen verursachte Lebensraumverlust mit auch dadurch entstehendem Rückgang der Beutetiere (große und kleine Huftiere, selten Wasservögel und Reptilien) und die Störungen durch Menschen in seinem Lebensraum gefährden diese endemische Art auf's Äußerste.

Pixabay
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Dass sich Tiger an heißen Tagen gerne im Wasser bewegen, ist bekannt. Dagegen dürfte es zu unbekannten und wissenswerten Fakten gehören, dass die Tiger Sumatras Schwimmhäute zwischen den Zehen besitzen, die ihnen ein sehr schnelles Schwimmen ermöglichen.

Welch einzigartige Felle mit wunderbaren Zeichnungen bedecken den Körper dieser Tiere von einer Körper-Gesamtlänge – inclusive des Schwanzes – beträgt beim männlichen Individuum 240 bis 250 cm, das Gewicht 100 bis 140 kg. Das Körpergewicht der Tigerdame beträgt nur etwa 75 bis 90 kg, die Gesamtkörperlänge 215 bis 230 cm. Die Schulterhöhe hingegen ist nur mit 60 bis 75 cm bemessen (die eines Sibirischen Tigers weist die stattliche Höhe von 110 cm auf). Die Fellfarbe dieser kleinen Tigerart zeigt eine sehr kräftige Fellgrundfarbe, von kräftigem dunklem Orange bis rötlich-dunkelockerfarben variierend, die helle Färbung an Bauch- und Bein-Innenseiten zeigen eher eine Cremefarbe, als das Reinweiße der Festland-Tiger. Tiefschwarze Streifen, oft verdoppelt und verdreifacht, die am Ende der Zeichnung oft in dunkle Flecken übergehen, verstärken den dunklen Gesamteindruck des Felles. Stark ausgeprägt sind auch die regelmäßigen Querstreifungen an den Vorderbeinen, mit noch dichteren und ausdrucksvolleren Streifungen an deren Innen- und Hinterseiten, daneben acht bis zehn, meist verdoppelte Schwanzringe, wobei die Schwanzwurzel eine verlängerte Zeichnung zeigt, bestehend aus zwei bis drei unregelmäßigen Streifen oder Ringen.

 

Die Fellhaare der Sumatra-Tiger zeigen eine Länge von 10 bis 15 mm, mit einer angedeuteten Mähne beim Tiger-Männchen. Zwischen 110 bis 130 mm liegt die Länge der Nackenhaare, das Brustfell ist vergleichsweise länger als die übrigen Haare. Ausgeprägt ist der Backenbart bei dieser Tiger-Unterart, mit einer Haarlänge von 80 bis 120 mm, den mähnenartigen Gesamteindruck dadurch verstärkend. (Zweimaliger Fellwechsel pro Jahr).

Nur auf der indonesischen Insel Sumatra lebt diese Tigerart, die einst diese sechstgrößte Insel der Welt insgesamt bewohnte – mit über 1000 Tigern noch 1970. Heute finden die etwa 370 Tiere eine wichtige Zuflucht-Stätte im Nationalpark Barisa Selatan, einer Welt-Erbe-Stätte an der Südspitze Sumatras.

Aufgrund des kleineren Körperbaus beträgt die Zeit der Trächtigkeit bei den Tigern Sumatras nur etwa 100 Tage, wobei den Entwicklung der anderer Subspezies der Tiger entspricht mit einem Wurf von 2 Jungtieren im Durchschnitt. In freier Wildbahn können sie, wie andere Tigerarten – 15 Jahre alt werden, in „Gefangenschaft“ sogar 20 Jahre.  

Tiger-Junge c) Alain Compost WWF
Tiger-Junge c) Alain Compost WWF

Die Tigerjagd ist nach indonesischem Recht verboten, das Washingtoner Artenschutzgesetz verbietet auch den internationalen Handel mit Tigerprodukten. Aufgrund der vor ihrer Ausrottung stehenden Art wurden die Sumatra-Tiger in das EEP (Europäische Erhaltungszuchtprogramm) aufgenommen, einem internationalen, Zoo-übergreifenden Projekt zur Erhaltung aussterbender Tierarten, das Zuchtbuch für Sumatra-Tiger wird von der Zoological Society of London überwacht und koordiniert.

 

 

Tiger in der Kamerafalle des WWF
Tiger in der Kamerafalle des WWF

Einst glaubten die Muslime Sumatras, Allah habe die Tiger mit der Macht ausgestattet, die Gläubigen zu schützen und jeden zu bestrafen, der die Gesetze des Islam übertrete. Er wurde als Geist gefürchtet und man glaubte, dass ein frommer Muslim auf einem Tiger reiten könne (gleich einem daoistischen Weisen). Doch diese alten Traditionen und Sitten gehören immer mehr der Vergangenheit an, unabhängig von Glaube und Tradition, wird der Tiger – trotz Verboten immer noch gewildert für den Fellhandel und die traditionelle chinesische Medizin.

Kamerafalle WWF
Kamerafalle WWF