Uferschwalbe im Anflug an die Brutröhren einer Kiesgrube c) Wikipedia
Uferschwalbe im Anflug an die Brutröhren einer Kiesgrube c) Wikipedia

Alle Vögel sind schon da, oder?

3. Die Uferschwalbe

13 cm misst sie nur, die kleinste, streng geschützte Art der Schwalbenfamilie, – die gesellige Uferschwalbe (leicht erkennbar an ihrer erdbraunen Oberseite, der weißen Unterseite mit grau-braunem Brustband), die zur Brutzeit Küsten und Flussufer besiedelt, aber auch in den Kulturlandschaften Ersatzlebensräume in den Steilhängen von Lehm- und Kiesgruben, denn die fest-sandigen sowie lehmigen Steilufer und Abbruchkanten werden von diesen Koloniebrütern dringend zur Anlage ihrer Brutröhren benötigt, die beide Partner mit Schnäbel und Krallen auf Armlänge mit querovalem Einflugloch in die Hänge graben. Am hinteren Ende erweitert, werden die in der festen Erde etwas aufsteigenden Röhren mit Halmen und Federn ausgepolstert, so dass ein- bis zweimal im Jahr ein Gelege von 5 bis 6 Eiern darin Platz findet und von beiden Eltern 14 bis 16 Tage ausgebrütet werden. Auch die Aufzucht der Jungen wird von beiden Eltern übernommen. Nach ca. 18 bis 23 Tagen verlassen die Nachkömmlinge die Bruthöhle und richten gemeinsame große Schlafplätze in Schilf- und Weidendickicht ein.  

Im Gegensatz zu den größeren Schwalbenarten ist der Schwanz dieser Vögel nur leicht gegabelt und klein, dazu einen verhältnismäßig langen, flachen Schnabel, zarte unbefiederte Zehen. Sehr gesellig, schließen sie sich auch fern von den Brutgebieten zu großen Schwärmen und Trupps zusammen, mit einem weniger zielgerichteten, unsteten und flatternden Flug, ihr Gesang ein schwaches Zwitschern.

 

Im Flug trinken und baden sie, die Weitstreckenzieher, fliegen sehr niedrig über Wasserflächen und erjagen ihre Nahrung – Insekten – und erreichen dabei u.U. eine Fluggeschwindigkeit von 50 km/h. In Mitteleuropa verweilt sie von Mai bis September in ihrem Brutgebiet, um dann wieder - ab August – in ihre Überwinterungsgebieten in Zentral- und Nord-Westafrika bzw. in Südamerika (nordamerikanische Formen) zu ziehen.  

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Aufgrund der Ansprüche dieser Schwalbenart an ihre Nistplätze, die Bedingungen in den Überwinterungsgebieten und der dichten menschlichen Besiedlung in Mitteleuropa ist mittlerweile eine nur noch sehr lückenhafte Verbreitung zu verzeichnen und sie nur noch unregelmäßig als Brutvogel zu beobachten. Daher dürfen die streng geschützten Tiere weder getötet, noch verletzt oder an der Brutzeit an ihren Lebensplätzen aufgesucht und gestört werden (in Deutschland brüten ca. 100.000 bis 210.000 Brutpaare). Mit Ausnahme von Polen und Ungarn ist die Uferschwalbe mittlerweile in allen „Roten Listen“ Mitteleuropas verzeichnet.

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Der Gefährung entgegen wirken: Wasserbauliche Maßnahmen sollen eingeschränkt und Flussläufe renaturiert werden. Erhaltung von Feuchtgebieten mit Schilfflächen zur Nahrungssuche. Nach Möglichkeit Sicherung von Sekundärbiotopen wie Kies- und Sandgruben durch Beratung der Grubenbesitzer, den Abbau von Koloniewänden während der Brutzeit zu unterlassen.

(Bekannt die Uferschwalbenkolonie in einer ehemaligen Kiesgrube in Lehre, Im Alten Teiche (Goslar, Harz).

 

 

 

 

Uferschwalben Ukraine c) Wikipedia
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