Alle Jahre wieder

Neues Jahr - alte Probleme - keine echten Lösungen

Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert (Bernhard Shaw)

Gute Vorsätze für ein neues Jahr? Wie können Sie gefasst werden, wenn die Probleme des vergangenen Jahres noch nicht einmal im Ansatz gelöst sind!

 

Gebetsmühlenartig wiederholen sich die Probleme alljährlich, oft sogar noch in verstärkter Form. Kriege eskalieren, der Klimawandel zeigt immer stärker seine Grimasse und bedroht alles Leben dieses Planeten. Und es bleibt die Frage, wieso tritt man jedes Jahr auf's Neue auf der Stelle? Weshalb werden nur scheinbar Maßnahmen vereinbart, die letztendlich doch nicht eingehalten werden, die Ziele immer wieder verfehlt?


Klimagipfel in Paris, die Welt applaudiert für die hehren Ziele, aber das Wesentliche kam nicht zur Sprache:

Fleischverzehr und Klimaerwärmung

Massentierhaltung in den USA (Foto c) Baker)
Massentierhaltung in den USA (Foto c) Baker)

Immer öfter erinnert der Spruch Leo Tolstois „solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben“ daran, dass es unverbrüchliche Wahrheiten gibt, die sich in diesen weisen Worten niederschlagen. Ja, man ist geneigt, diese Worte zu ergänzen mit dem Satz: „Solange es Schlachthäuser gibt, kann an der Realität des Klimawandels kaum etwas geändert werden“. Es wurde von den sog. „Sachverständigen und Experten“ des hehren Klimagipfels in Paris mit keiner Silbe erwähnt, dass die großen Tierherden der Erde, die nur dazu dienen, den fleischverzehrenden Menschen für einige Minuten einen vermeintlichen Gaumenkitzel zu gewähren, mehr Methangas ausstoßen und somit erheblich mehr CO² verursachen als alle Flugzeuge und Autos der Erde zusammen? Ein zu heißes Eisen? Ist die Gewogenheit der Fleischindustrie so wichtig für die „hohe“ Politik? Oder die der Fleischesser? Einen zaghaften Ansatz wagte die WHO in ihrer Mitteilung, dass der Verzehr von Fleisch und Wurst gesundheitliche Schäden nach sich zieht bzw. dass die Entstehung von Krebs durch den Fleischverzehr gefördert wird (http://www.shortnews.de/id/1176216/weltgesundheitsorganisation-who-warnt-vor-fleischverzehr-krebserregend), ein Faktum, dass seit unendlichen Zeiten Vegetariern und Veganern bekannt ist.

Davon abgesehen, waren es die klügsten Köpfe und Gelehrten des europäischen Abendlandes, die im Fleischverzehr eine entmentschte Handlung sahen, angefangen von Pythagoras mit seinem Bund „mathematico“ oder Plutarch, der schrieb: „Könnt ihr wirklich die Frage stellen, aus welchem Grund sich Pythagoras des Fleischessens enthielt? Ich für meinen Teil frage mich, unter welchen Umständen und in welchem Geisteszustand es ein Mensch das erste Mal über sich brachte, mit seinem Mund Blut zu berühren, seine Lippen zum Fleisch eines Kadavers zu führen und seinen Tisch mit toten, verwesenden Kadavern zu zieren, und es sich dann erlaubt hat, die Teile, die kurz zuvor noch gebrüllt und geschrien, sich bewegt und gelebt haben Nahrung zu nennen... Um des Fleisches willen rauben wir ihnen die Sonne, das Licht und die Lebensdauer, die ihnen von Geburt an zustehen.“

Bemerkenswert, dass mittlerweile auch Fleischproduzenten, sich zur Produktion, vegetarischer und veganer Fleischersatzprodukte entschlossen haben – allen voran die Rügenwalder Mühle - und die Prognose postulierten, dass man in 20 Jahren die Fleischesser mit den gleichen Augen anschaut wie heute die Raucher. Dabei ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich diese Prognose bewahrheitet: Nach den Berechnungen des Vegetarierbundes entschließen sich jede Woche 4000 Menschen zur vegetarischen Ernährung!

 

So gesehen, könnte sich der Wandel in der menschlichen Ernährung sehr positiv auf die Klimaerwärmung auswirken.

Die Säge am Ast, auf dem wir sitzen

Weitgehend unkommentiert und unbeachtet, bleibt u.a. auch die Tatsache, dass ein Anstieg der viel beschriebenen deutschen CO²-Werte mit Sicherheit auf die unmäßig gesteigerte „Holzernte“ in unseren Wäldern zurückzuführen ist, aus Gewinnsucht, um einer maßlos fordernde Holzindustrie Folge zu leisten. Das deutsche Forstwesen sozusagen als „Wasserträger für Ikea“? Ist es den Umweltschutzbehörden des Bundes und der Länder nicht bekannt, wie wichtig der Wald ist– jeder Baum – besonders die alten Bäume, die ab achtzig Jahren erst große Kronen bilden – ein wichtiger Helfer – durch Photosynthese – zur Verminderung des CO²-Ausstoßes und als Erzeuger von Sauerstoff. Wer ahnt schon, dass beispielsweise eine 100 Jahre alte Buche alljährlich 4600 kg Sauerstoff erzeugt? Davon kann ein erwachsener Mensch ca. 13 Jahre leben! Ist es nicht erstaunlich, wieviel Ruß und Staub unsere Wälder jährlich aus der Atmosphäre filtern: Pro Hektar bis zu 50 Tonnen! (Darunter auch der Feinstaub, der durch das Verbrennen von Holz – ähnlich dem der Kohle – entsteht). Wundern wir uns nicht, dass unsere Wälder nicht nur als Wasserfilter und Grundwassersammler dienen, erstaunlich ist daneben auch ihre Fähigkeit, Stäube, Gase und radioaktive Stoffe aus der Luft zu filtern, dabei ist die Filterwirkung von er Blattoberfläche und der Jahreszeit abhängig, ein Grund, warum den immergrünen Nadelwäldern eine besondere Rolle zukommt, die ganzjährig ihren Dienst versehen können. Ist es nicht bemerkenswert, dass ein Fichtenwald von einem Hektar Größe die großartige Leistung vollbringen kann, im Jahr 420 kg Schmutzpartikel aus der Luft zu filtern?!

 

Wälder sind wahre Wunderwerke der Natur, Schutz vieler Lebewesen und der beste Schutz gegen unangenehme Klimaveränderungen, die das Leben beeinträchtigen, offenbar aber kein Thema für den Klimagipfel!  

Es scheint so, dass die Verantwortlichen ohne Verantwortung weiterhin an dem Ast sägen, auf dem wir alle sitzen....