Igel - Tierschutz beginnt vor der Haustür

von Ralf Maerker

Igel-Aktion im September 2015

Eine schöne, wild gewachsene Wiese bietet vielen Tieren eine Heimat. Vögel nisten in den Bäumen und Sträuchern. Das hohe Gras bietet manch einem Nager Schutz. - so meint man, aber nicht selten kann dieser trügerisch sein. Zweimal im Jahr wird diese Wiese gemäht, und dann kann es fatale Folgen haben für die Tiere, die keine Fluchttiere sind. Igel rollen sich bekanntermaßen ein, wenn Gefahr droht und werden so Opfer des Mähdreschers. Wir taten uns in Kooperation mit dem BUND-Braunschweig und vielen Helfern an die Arbeit und suchten diese Wiese, bevor sie gemäht werden sollte, nach Igeln ab. Wir nahmen sie auf und setzten sie in Käfige, nachdem wir sie gewogen und nach Parasiten abgesucht hatten. Leider fanden wir auch tote Igel. Man kann davon ausgehen, das sie nicht genug Nahrung finden konnten, aufgrund des trockenen Sommers. Der Igel ist ein Fleischfresser und auf Insekten und Schnecken angewiesen, die aber gab es trotz milder Temperaturen dieses Jahr nur unzureichend. Wir richteten eine Igel-Futterstation mit Tränke ein. Ein Futterhäuschen für die Vögel, Meisenknödel und weitere Wassertränken auf der Wiese. Nach dem Mähen der Wiese, setzten wir die Igel wieder aus und konnten so ihr Verhalten in den nächsten Wochen beobachten. Sie kamen regelmäßig in den Abend- und Nachtstunden zur Futterstelle. Durch den milden Herbst bedingt, mussten viele Igel nochmal Nachwuchs bekommen haben. Wir fanden in den letzten Wochen mehrere Jungigel miteinem Gewicht unter 300 g. Nicht genug, um den Winter zu überleben. Wir nahmen sie auf und fütterten an. Da der Winter nun schlagartig einsetzt, werden wir sie im Haus behalten und im Frühjahr wieder aussetzen. Warum geht es den Igeln in diesem Jahr so schlecht? Ich denke, der Verlust des Lebensraumes trägt dazu bei, mit schlechter Witterung alleine hat das, denke ich, wenig zu tun. Unsere Parklandschaften werden zu rein gehalten und Laubhaufen beseitigt, aber genau diese brauchen die Igel. Wir bereiteten unseren Igeln auf der Wiese, angehäufte Laubbereiche und hoffen das sie gut durch den Winter kommen. Auch den kommenden Winter über und im nächsten Frühjahr, werden wir unsere Igel beobachten und wenn nötig helfen! In diesem Sinne: Tierschutz fängt vor der eigenen Haustür/Garten/Grünfläche an!!!


Fuchs und Igel

Ganz unverhofft an einem Hügel
sind sich begegnet Fuchs und Igel.
»Halt!« rief der Fuchs, »du Bösewicht,
kennst du des Königs Order nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
und weißt du nicht, daß jeder sündigt,
der immer noch gerüstet geht?
Im Namen Seiner Majestät -
geh her und übergib dein Fell!«
Der Igel sprach: »Nur nicht so schnell!
Laß dir erst deine Zähne brechen;
dann wollen wir uns weiter sprechen.«
Und alsogleich macht er sich rund,
schließt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt,
bewaffnet, doch als Friedensheld.

Wilhelm Busch